Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Rhythmus vom Altar
Nachrichten Kultur Rhythmus vom Altar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 25.05.2016
Beweglich: Pat Thomas und seine Kwashibu Area Band. Foto: Franson Quelle: Samantha Franson
Anzeige
Hannover

Man könnte über Afrobeat schreiben, über Afrofunk, über Highlife, tief in die Musikgeschichte Westafrikas einsteigen. Oder besser noch: In die Theorie, die umherkreisenden Synkopen und die jazzig-irritierenden Harmonien kleinteilig unter einem analytischen Mikroskop hin- und herdrehen. Beides lohnt sich, mit Sicherheit. Aber die als hauptsächlich hervortretende Realität der ganzen Sache ist eher: Als Pat Thomas zum Eröffnungskonzert des Masala Weltbeat Festival die Bühne betritt, brennt die Hütte, und sie hört nicht auf, bis Tony Allen fertig ist.

Die Hütte ist in diesem Fall der große Saal des Pavillon, und Thomas spielt mit seiner Kwashibu Area Band das erste der zwei Konzerte des Abends. Pat Thomas gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Highlife, einer Musikrichtung, in der Elemente traditioneller ghanaischer Musik mit westlichen Instrumenten gemischt werden, und die zuallererst Tanzmusik sein soll: Thomas und seine siebenköpfige Band legen einen pulsenden Rhythmus in den Saal, über den sich die Bläsersätze und vor allem Thomas klare, leicht rauchige Stimme legen. Der drahtige Thomas ist dabei ständig in Bewegung, als würde er sich an der Musik vorbei, zwischen der Musik hindurchwinden.

Tony Allen dagegen ist bewegunglos als er die Bühne zum zweiten Konzert betritt, er verzieht keine Miene. Auf der Bühne ist sein schwarz-golden glitzerndes Schlagzeug auf einer Art Rythmusaltar aufgebaut. Er setzt sich, die Sonnenbrille noch auf der ebenfalls glitzernden Mütze, spielt ein bisschen an seinen Trommeln herum, setzt die Sonnenbrille auf. Er beginnt, seinen musikalischen Brandbeschleuniger namens Afrobeat - als einer dessen Begründer er gilt - in Thomas sorgfältig gelegten Highlife-Teppich zu legen, mit seiner Schirmmütze in rosa-türkis, einem farblich passenden Hemd und der Sonnenbrille im bewegungslosen Gesicht garantiert die coolste Sau im Raum.

Allen und seine Band wandeln traumhaft sicher auf dem Grat zwischen Funk und Jazz, hin und wieder perlen versponnene Harmonien vom Keyboard, aber im großen und ganzen ist es eine Tony-Allen-Show, in der er mit seinen eigenartig gegenläufigen Schlagzeug-Figuren das Publikum zu schweißtreibendem Tanzen animiert.

Mit Thomas und Allen ist dem Masala Weltbeat Festival ein Auftakt gelungen, der Lust auf viel mehr macht.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur Ausstellung zeigt Arbeiten von Jochen Weise - Harken, Hölzer und Bleche

„Schön gefunden“ heißt die Ausstellung in der Galerie vom Zufall und vom Glück, die die jüngste Werkgruppe des in Hannover und Meinersen arbeitenden Künstlers Jochen Weise präsentiert. Die Holzdrucke und Aquarelle zeigen: Weise ist nicht nur ein einfallsreicher Künstler, sondern auch ein hervorragender Handwerker.

Daniel Alexander Schacht 24.05.2016

Fans von AC/DC bekommen eine weitere Möglichkeit, die Band live zu erleben: Die Rock-Musiker um Angus Young und Axl Rose geben ein Zusatzkonzert in Deutschland. Der Vorverkauf soll schon am Sonnabend beginnen.

20.05.2016

2400 Menschen sollten im Fall eines Atomkrieges im Zivilschutzbunker Ricklingen zwei Wochen überleben können. 1968 wurde der Weltkriegsbunker zum ABC-Schutzbunker umgebaut. Jetzt war der Technik-Salon der Uni zu Gast im Bunker.

23.05.2016
Anzeige