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Matthias Brandt und Jens Thomas im Pavillon

Musiktheatrale Lesung Matthias Brandt und Jens Thomas im Pavillon

Es ist die Vorfreude auf dasVerbrechen: Matthias Brandt und Jens Thomas begeistern das Publikum mit einer musiktheatralen Lesung im Pavillon.

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Dunkle Gestalten: Jens Thomas (vorne) und Matthias Brandt.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Das Grauen fällt nicht mit der Tür ins Haus. Es kommt durch den Hintereingang, wird erst auf den zweiten Blick sichtbar. Robert Blochs Roman „Psycho“, der erst zur Vorlage für Alfred Hitchcocks Film und dann zu einer seit Jahren erfolgreichen musiktheatralen Lesung von Matthias Brandt und Jens Thomas wurde, gibt erst Stück für Stück sein dunkles Geheimnis preis. Das führt mitunter zu sonderbar sortieren Sätzen wie „Es war das Messer, das erst ihren Schrei abschnitt und dann ihren Kopf“. Aber im hannoverschen Pavillon, wo Brandt und Thomas nun wieder einmal gastierten, wundert sich kaum jemand darüber. Schließlich kennen die allermeisten im ausverkauften Saal schon von Beginn die Wahrheit über Norman Bates, seine Mutter und das durch eine neue Autobahn vom alten Verkehrsstrom abgeschnittene Motel am Moor.

Nicht wenige Zuschauer werden auch den Schauspieler und den Pianisten schon einmal mit diesem Programm erlebt haben. Zumindest herrscht trotz des düsteren Stoffes eine aufgekratzte Stimmung, als stünden die Drei Fragezeichen auf der Bühne. Bei der ersten flüchtigen Erwähnung der Dusche jauchzt das Publikum im genüsslichen Wiedererkennen auf, als präsentierten die Juniordetektive ihre Visitenkarte. Über den Saal legt sich unverkennbar ein Gefühl der Vorfreude: Nichts scheint mehr zu verbinden, als ein ordentliches Verbrechen.

Tatsächlich ist es ein Genuss, wie Matthias Brandt, der seine Schauspielausbildung in Hannover absolviert hat, vom nüchternen Erzähler mit plötzlicher Leidenschaft in die vielen Rollen schlüpft, die im Kopf der Hauptfigur miteinander streiten. Wunderbar schizophren tönt auch die Musik, die Jens Thomas dem Flügel und seinen (erstaunlich robusten) Stimmbändern entlockt: eine gequälte Seele, der man gerne zuhört. Immer und immer wieder.

Jens Thomas kommt das nächste Mal allein in den Pavillon: Am Dienstag, 29. März, präsentiert er sein Programm „Impro-Pop“.

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