Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Moderne Schöpfungsmythen
Nachrichten Kultur Moderne Schöpfungsmythen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 24.11.2016
Digitaler Durchblick: Theater fensterzurstadt. Quelle: Jürgen Salzmann
Anzeige
Hannover

Wir suchen, während wir arbeiten“, beschreibt Carsten Hentrich von Theater fensterzurstadt den laufenden Produktionsprozess. Es gehe darum, für ein komplexes Thema möglichst einprägsame Theaterbilder zu finden. Gemeinsam mit Ruth Rutkowski begibt sich Hentrich auf einen „Trip durch die Geschichte(n) der Sciene-Fiction“ – und greift mit dem Ensemble in „Humans+“ die Sehnsucht nach Selbstoptimierung und Unsterblichkeit der Menschen im 21. Jahrhundert auf. „Wir beschäftigen uns mit Schöpfungsmythen, angefangen beim ‚Golem‘ bis zu den Avataren aus der virtuellen Welt“.

Ist der Mensch heute nur noch Teil eines „Mensch-Maschine-Komplexes“? Eine Art Cyborg oder „kybernetischer Organismus“, vernetzt mit Herzschrittmacher, elektronischen Neuroprothesen und im Reagenzglas gezüchteten Ersatzorganen – ein getunter „High-Tech-Body“?

Die rasanten Fortschritte in Biotechnologie und Biomedizin lassen Entwicklungen zu, die in der traditionellen Science-Fiction-Literatur noch als reine Fantasie galten. Inzwischen öffnet die digitale Revolution jedoch Möglichkeitsräume, die die Verheißungen, aber auch die Schreckensszenarien zu überholen drohen. „Wohin steuern wir mit unseren elektronischen Träumen? Wir merken immer wieder, wie präsent das Thema plötzlich ist.“

Nicht nur in den Klassikern von George Orwells „1984“ oder Aldous Huxleys „Brave New World“, sondern auch in aktuellen Filmen wie in Spike Jonzes abgründig emotionalem Science-Fiction-Drama „Her“ (in Deutschland 2014) findet das Ensemble unzählige Anregungen und Zitate für das Theaterprojekt mit dem komplizierten Untertitel „Elektrische Träume von der Verbesserung der gesellschaftlichen Gesamtsituation unter besonderer Berücksichtigung der menschlichen Wesen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“. Das klingt betont sperrig und verrät zugleich, dass sich die Akteure dem großen Thema gern mit einem Augenzwinkern nähern. „Na klar, wir sehen die Sache auch mit Humor. Und lachen dabei über uns selbst.“ Dz

Premiere am 21. Dezember, 20 Uhr, in der Alten Tankstelle. Karten unter (0511)16841222.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur Schauspiel Hannover: Macht und Widerstand von Ilija Trojanow - Zwei Antipoden, ein Kampf

Ilija Trojanows „Lebensroman“ ermöglicht einen schwindelerregenden Blick in den Abgrund zwischen Macht und Widerstand. Er zeichnet das Porträt einer Gesellschaft nach dem politischen Systemwechsel 1989. Der Roman spielt im Heimatland des Autors, Bulgarien. Die „Spielzeit“ sprach mit dem tschechischen Regisseur Dušan David Pa?ízek und dem deutsch-bulgarischen Schauspieler Samuel Finzi über den existenziellen Kampf gegen das Vergessen und die ?Relevanz dieser Geschichte für die westliche Gegenwart.

24.11.2016
Kultur Gastspiel im Schauspiel Hannover: Das Leben ein Traum. Calderón - Wahn und Wirklichkeit

Staraufgebot im Schauspielhaus: Die Ruhrfestspiele gastieren im Februar und Mai 2017 mit Das Leben ein Traum. Calderón – mit Dominique Horwitz, Wolfram Koch und Hanna Schygulla.

24.11.2016
Kultur Junge Oper: Kannst du pfeifen, Johanna im Ballhof Zwei. - Von Freundschaft und Vergänglichkeit

Wieder in der Jungen Oper: Kannst du pfeifen, Johanna im Ballhof Zwei.

24.11.2016
Anzeige