Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Moderne Schöpfungsmythen

Freies Theater Hannover: Das Theater fensterzurstadt mit Humans+ in der Alten Tankstelle Moderne Schöpfungsmythen

Das Theater fensterzurstadt beschäftigt sich mit digitalen Selbstoptimierungsstrategien und zeigt in der Alten Tankstelle sein neues Projekt Humans+.

Voriger Artikel
„Als unser Deutsch erfunden wurde“
Nächster Artikel
Freddie Mercury starb vor 25 Jahren

Digitaler Durchblick:
Theater fensterzurstadt.

Quelle: Jürgen Salzmann

Hannover . Wir suchen, während wir arbeiten“, beschreibt Carsten Hentrich von Theater fensterzurstadt den laufenden Produktionsprozess. Es gehe darum, für ein komplexes Thema möglichst einprägsame Theaterbilder zu finden. Gemeinsam mit Ruth Rutkowski begibt sich Hentrich auf einen „Trip durch die Geschichte(n) der Sciene-Fiction“ – und greift mit dem Ensemble in „Humans+“ die Sehnsucht nach Selbstoptimierung und Unsterblichkeit der Menschen im 21. Jahrhundert auf. „Wir beschäftigen uns mit Schöpfungsmythen, angefangen beim ‚Golem‘ bis zu den Avataren aus der virtuellen Welt“.

Ist der Mensch heute nur noch Teil eines „Mensch-Maschine-Komplexes“? Eine Art Cyborg oder „kybernetischer Organismus“, vernetzt mit Herzschrittmacher, elektronischen Neuroprothesen und im Reagenzglas gezüchteten Ersatzorganen – ein getunter „High-Tech-Body“?

Die rasanten Fortschritte in Biotechnologie und Biomedizin lassen Entwicklungen zu, die in der traditionellen Science-Fiction-Literatur noch als reine Fantasie galten. Inzwischen öffnet die digitale Revolution jedoch Möglichkeitsräume, die die Verheißungen, aber auch die Schreckensszenarien zu überholen drohen. „Wohin steuern wir mit unseren elektronischen Träumen? Wir merken immer wieder, wie präsent das Thema plötzlich ist.“

Nicht nur in den Klassikern von George Orwells „1984“ oder Aldous Huxleys „Brave New World“, sondern auch in aktuellen Filmen wie in Spike Jonzes abgründig emotionalem Science-Fiction-Drama „Her“ (in Deutschland 2014) findet das Ensemble unzählige Anregungen und Zitate für das Theaterprojekt mit dem komplizierten Untertitel „Elektrische Träume von der Verbesserung der gesellschaftlichen Gesamtsituation unter besonderer Berücksichtigung der menschlichen Wesen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“. Das klingt betont sperrig und verrät zugleich, dass sich die Akteure dem großen Thema gern mit einem Augenzwinkern nähern. „Na klar, wir sehen die Sache auch mit Humor. Und lachen dabei über uns selbst.“ Dz

Premiere am 21. Dezember, 20 Uhr, in der Alten Tankstelle. Karten unter (0511)16841222.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Kultur
Adventskonzert des Knabenchores Hannover in der Marktkirche

Machet die Tore weit – unter diesem Motto stand das Adventskonzert des Knabenchores Hannover in der Marktkirche. Und eine federnd leichte, hoffnungsfrohe und zuversichtliche Interpretation der gleichnamigen Motette von Andreas Hammerschmidt liefert der Chor dann auch.