Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Musical-Uraufführung von „Die Päpstin“ gefeiert

Schlosstheater Fulda Musical-Uraufführung von „Die Päpstin“ gefeiert

Nach Bestseller und Film ist „Die Päpstin“ erstmals als Musical auf der Bühne zu sehen. Ort ist Fulda, das zu den Schauplätzen der Mittelalter-Story gehört. Die eigens aus den USA angereiste Romanautorin Donna W. Cross zeigte sich beeindruckt.

Voriger Artikel
Helge Schneider kehrt nach Schwindelanfall auf Bühne zurück
Nächster Artikel
Bühnenautor Curth Flatow ist tot

„Die Päpstin“ ist als Musical uraufgeführt worden und hat das Publikum begeistert.

Quelle: dpa

Die ersten „Standing Ovations“ gab es bereits vor der dreistündigen Uraufführung. Der Dank galt dem Star-Gast des Abends, Donna W. Cross. Die Bestseller-Autorin war extra aus den USA nach Fulda in Hessen gekommen, um sich die Bühnenfassung ihres millionenfach verkauften Romans „Die Päpstin“ anzuschauen. Sie hatte mit ihrer Einwilligung erst ermöglicht, dass die Musical-Pläne Realität wurden. Nach der Premiere am Freitagabend stand dann der Hauptakteurin des Abends die Rührung beim Schlussapplaus ins Gesicht geschrieben.

In der Hauptrolle zeigte Sabrina Weckerlin (25) einen beeindruckenden Auftritt. Als gelehrige Klosterschülerin Johanna schafft sie es im 9. Jahrhundert von Fulda aus bis nach Rom, um dort als Frau unentdeckt den Papststuhl zu besteigen. Rund 700 Zuschauer im voll besetzten Schlosstheater sahen eine emotionale Aufführung, die sich meist auf die Schlüsselszenen der üppigen Roman-Vorlage beschränkte.

Beobachter waren von der Premiere angetan - allerdings gab es Schönheitsfehler. Mitunter wirkten die Handlungssprünge etwas hastig. Gegen Ende wähnte sich die Titelfigur eben noch am Boden, da war sie schon zum Papst gewählt. „Es ist eine dichte Geschichte mit vielen Handlungssträngen, die wir vereinfachen mussten, um die Essenz herauszuarbeiten“, sagte Peter Scholz von der Musical-Produktionsfirma spotlight.

Auch bei Ton und Timing gab es auf der Bühne Schwächen. Erstklassig waren dagegen die Kostüme und das aufwendige Bühnenbild, das der Geschichte einen authentischen Rahmen verleiht. Die Spielfläche war dafür allerdings recht klein. Fans der „Päpstin“ wünschten der Inszenierung einen imposanteren und größeren Raum, wie etwa in der Stiftsruine im nahen Bad Hersfeld.

Cross war dennoch restlos begeistert. „Ich habe die Aufführung sehr genossen und fand es bewegend. Die Schauspieler waren großartig, sie haben die Schlüsselszenen meines Buches gut umgesetzt“, sagte die New Yorkerin. Der Stoff des Buches sei noch immer aktuell. In Afghanistan und Pakistan würden heute noch Frauen unterdrückt und ihnen Bildung vorenthalten.

Am 22. Oktober startet das fiktive Historiendrama „Die Päpstin“ in den deutschen Kinos.

Zur Bildergalerie

Bei Cross weckte die eingängige Musik, die zuweilen aber auch gleichförmig und weichgespült wirkte, große Emotionen. „Bei einigen Songs bekomme ich Gänsehaut und mir schießen die Tränen in die Augen“, verriet sie. Für Weckerlin war es „eine Ehre vor der Erfolgsautorin“ singen zu dürfen. Sie spielten bei den melancholischen Balladen immer wieder ihre Stärken aus. Bei einer Promotion-Tour hatten sich beide viel über die Rolle ausgetauscht. „Das war inspirierend. Wenn man so nah an der Quelle sitzt, nutzt man das natürlich schamlos aus“, sagte Weckerlin, die die Wandlung von Johanna zu Bruder Johannes sensibel meisterte.

Neuer Gegenwind von Konservativen aus der katholischen Kirche sei ausgeblieben, sagte Scholz. Mit dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, der sich im Vorfeld kritisch geäußert hatte, sei gesprochen worden. Scholz: „Es wird deswegen kein böses Blut geben.“

Die Inszenierung von Regisseur Stanislav Mosa ist noch bis zum 14. August in Fulda zu sehen. Geplant sind mehr als 110 Aufführungen. Rund 50.000 Karten sind laut Produktionsfirma bereits verkauft.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Legende des 13. Jahrhunderts
Johanna Wokalek im Film „Die Päpstin“. Nun gibt es den Stoff auch als Musical.

Wir sind nicht Päpstin: Den Roman um Johanna von Ingelheim gibt es nun auch als Musical-Version – doch die Figur ist eine Legende. 1996 erschien der Bestsellerroman „Die Päpstin“. Im vorvergangenen Jahr wurde er von Sönke Wortmann verfilmt. Nicht zuletzt dieser Verfilmung wegen halten viele Deutsche den Stoff für bare Münze.

mehr
Mehr aus Kultur
Marius Müller-Westernhagen in der Tui-Arena

Marius Müller-Westernhagen spielt vor 10.000 Menschen in der ausverkauften Tui-Arena.