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Kultur Musical-Uraufführung von „Die Päpstin“ gefeiert
Nachrichten Kultur Musical-Uraufführung von „Die Päpstin“ gefeiert
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15:38 04.06.2011
„Die Päpstin“ ist als Musical uraufgeführt worden und hat das Publikum begeistert. Quelle: dpa
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Die ersten „Standing Ovations“ gab es bereits vor der dreistündigen Uraufführung. Der Dank galt dem Star-Gast des Abends, Donna W. Cross. Die Bestseller-Autorin war extra aus den USA nach Fulda in Hessen gekommen, um sich die Bühnenfassung ihres millionenfach verkauften Romans „Die Päpstin“ anzuschauen. Sie hatte mit ihrer Einwilligung erst ermöglicht, dass die Musical-Pläne Realität wurden. Nach der Premiere am Freitagabend stand dann der Hauptakteurin des Abends die Rührung beim Schlussapplaus ins Gesicht geschrieben.

In der Hauptrolle zeigte Sabrina Weckerlin (25) einen beeindruckenden Auftritt. Als gelehrige Klosterschülerin Johanna schafft sie es im 9. Jahrhundert von Fulda aus bis nach Rom, um dort als Frau unentdeckt den Papststuhl zu besteigen. Rund 700 Zuschauer im voll besetzten Schlosstheater sahen eine emotionale Aufführung, die sich meist auf die Schlüsselszenen der üppigen Roman-Vorlage beschränkte.

Beobachter waren von der Premiere angetan - allerdings gab es Schönheitsfehler. Mitunter wirkten die Handlungssprünge etwas hastig. Gegen Ende wähnte sich die Titelfigur eben noch am Boden, da war sie schon zum Papst gewählt. „Es ist eine dichte Geschichte mit vielen Handlungssträngen, die wir vereinfachen mussten, um die Essenz herauszuarbeiten“, sagte Peter Scholz von der Musical-Produktionsfirma spotlight.

Auch bei Ton und Timing gab es auf der Bühne Schwächen. Erstklassig waren dagegen die Kostüme und das aufwendige Bühnenbild, das der Geschichte einen authentischen Rahmen verleiht. Die Spielfläche war dafür allerdings recht klein. Fans der „Päpstin“ wünschten der Inszenierung einen imposanteren und größeren Raum, wie etwa in der Stiftsruine im nahen Bad Hersfeld.

Cross war dennoch restlos begeistert. „Ich habe die Aufführung sehr genossen und fand es bewegend. Die Schauspieler waren großartig, sie haben die Schlüsselszenen meines Buches gut umgesetzt“, sagte die New Yorkerin. Der Stoff des Buches sei noch immer aktuell. In Afghanistan und Pakistan würden heute noch Frauen unterdrückt und ihnen Bildung vorenthalten.

Am 22. Oktober startet das fiktive Historiendrama „Die Päpstin“ in den deutschen Kinos.

Bei Cross weckte die eingängige Musik, die zuweilen aber auch gleichförmig und weichgespült wirkte, große Emotionen. „Bei einigen Songs bekomme ich Gänsehaut und mir schießen die Tränen in die Augen“, verriet sie. Für Weckerlin war es „eine Ehre vor der Erfolgsautorin“ singen zu dürfen. Sie spielten bei den melancholischen Balladen immer wieder ihre Stärken aus. Bei einer Promotion-Tour hatten sich beide viel über die Rolle ausgetauscht. „Das war inspirierend. Wenn man so nah an der Quelle sitzt, nutzt man das natürlich schamlos aus“, sagte Weckerlin, die die Wandlung von Johanna zu Bruder Johannes sensibel meisterte.

Neuer Gegenwind von Konservativen aus der katholischen Kirche sei ausgeblieben, sagte Scholz. Mit dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, der sich im Vorfeld kritisch geäußert hatte, sei gesprochen worden. Scholz: „Es wird deswegen kein böses Blut geben.“

Die Inszenierung von Regisseur Stanislav Mosa ist noch bis zum 14. August in Fulda zu sehen. Geplant sind mehr als 110 Aufführungen. Rund 50.000 Karten sind laut Produktionsfirma bereits verkauft.

dpa

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