Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Wie fühlt man sich als bester Nachwuchspianist der Welt?

Musikhochschule Hannover Wie fühlt man sich als bester Nachwuchspianist der Welt?

Yekwon Sunwoo, Student der Musikhochschule Hannover, hat den renommierten Cliburn-Wettbewerb gewonnen. Wie fühlt man sich als bester Nachwuchspianist der Welt? Wir haben nachgefragt.

Voriger Artikel
Frauen sind die besseren Superhelden
Nächster Artikel
„Yo, das schafft uns!“

Impressionen eines Wettbewerbs: Yekwon Sunwoo bei den Wertungsspielen.

Quelle: Carolyn Cruz

Herr Sunwoo, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Erfolg in Texas! Der Cliburn-Wettbewerb gilt als der wichtigste der Welt und eröffnet große Karrieremöglichkeiten. Können Sie schon glauben, dass Sie ihn gewonnen haben?

Nein, ganz kann ich es im Moment noch nicht glauben. Aber ich muss jetzt viele Anfragen wie die von Ihnen beantworten - ist also wohl wirklich wahr.

Herrscht nur Freude bei Ihnen oder sind Sie ein bisschen nervös angesichts der Erwartungen, die Publikum und Konzertveranstalter jetzt an Sie haben?

Ich bin froh, aber mir auch bewusst, welche Verantwortung ich jetzt auf meinen Schultern habe. Dennoch werde ich alles mit Freude tun und versuchen, mich ganz auf die Musik zu konzentrieren.

Was ändert sich jetzt für Sie?

Wie es aufstrebenden Musikern so geht: Veränderungen werden kommen - ich hoffe auf mehr Gelegenheiten zum Konzertieren in Amerika und Europa und darauf, meine Leidenschaft für die Musik mit den Hörern zu teilen.

Zur Person

Yekwon Sunwoo ist 1989 in Südkorea geboren. Nach Ausbildungsstationen in Philadelphia und New York studiert er an der hannoverschen Musikhochschule bei Bernd Goetzke. Am Sonnabend hat er den ersten Preis beim Van-Cliburn-Wettbewerb im texanischen Fort Worth gewonnen. 

Warum haben Sie eigentlich gewonnen? Waren Sie nur gut vorbereitet, oder haben Sie auch einen speziellen Glücksbringer gehabt?

Im Leben kann alles passieren, und das Ergebnis dieses Wettbewerbs hätte auch ein ganz anderes sein können. Ich habe mich so gut wie möglich vorbereitet, um der Musik zu dienen, sodass ich mir nichts vorzuwerfen haben würde.

Ihr Mittel gegen Nervosität?

So gut ich konnte, habe ich versucht, mir vorzustellen, dass ich da sei, um ein Konzert zu geben. Und dann war da so ein warmherziges Publikum, das hat auch geholfen, die Nervosität zu besiegen.

Welche Rolle spielt für Sie Ihre Ausbildung in Hannover?

Sehr wichtig. Ich wusste, dass es äußerst nützlich sein würde, dort zu studieren, aber mein Lehrer Professor Goetzke war einfach unglaublich. Er sorgt dafür, dass ich niemals etwas für endgültig und festgefügt halte, was Komponisten schreiben.

Wann sind Sie das nächste Mal in der Hochschule zu hören?

Das weiß ich jetzt leider noch nicht. Für meinen Abschlusses muss ich zwei Soloprogramme, einen Kammermusikabend und ein Orchesterkonzert spielen. Es wird also Gelegenheiten geben.

Welches Stück aus Ihrem Wettbewerbsprogramm wollen Sie lieber nie wieder öffentlich spielen?

Wenn es so ein Stück geben würde, hätte ich es nie für den Wettbewerb oder irgendeinen anderen öffentlichen Auftritt ausgesucht.

Wie viel Vorbereitungszeit steckt in solch einem Wettbewerb?

Das ist schwer zu sagen, denn manche der Wettbewerbsstücke habe ich schon seit Jahren rauf und runter gespielt. Davon abgesehen habe ich mich vielleicht vier Monate konzentriert darauf vorbereitet.

Werden Sie sich jetzt eine Übepause leisten?

Nein, am Freitag spiele ich schon wieder ein Konzert in New York, und in der nächsten Woche habe ich einen Auftritt in Weilburg.

Wie haben Sie Ihren Erfolg gefeiert?

Ich feiere das immer noch - indem ich zum Beispiel Interviews gebe. Aber nach der Preisverleihung habe ich mir mit meinen Gasteltern in Fort Worth schon ein paar Drinks genehmigt.

Interview: Stefan Arndt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Gilde-Parkbühne goes Maschseefest 2017: Der Sonnabend

Am Sonnabend standen beim Gratisfestival Gilde-Parkbühne goes Maschseefest Torfrock, Catch Me Back und Lotto King Karl auf der Bühne.