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NDR-Philharmonie eröffnet neue Spielzeit im Kuppelsaal

"Hannover Proms" NDR-Philharmonie eröffnet neue Spielzeit im Kuppelsaal

Andrew Manze und seine NDR Radiophilharmonie haben mit einem farbigen und unkonventionellen Konzert die neue Spielzeit des Orchesters eröffnet. Rund 2000 Menschen verfolgten das Konzert im Stadtpark beim Public Viewing.

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Andrew Manze und seine NDR Radiophilharmonie haben mit einem farbigen und unkonventionellen Konzert die neue Spielzeit des Orchesters eröffnet.

Quelle: Droese

Hannover. Hannover muss so laut und schön singen, dass es rüber nach Großbritannien schallt und die Engländer nochmal über den Brexit nachdenken.“ Mit diesen Worten lud Andrew Manze, der charmant und witzig moderierende Chef der NDR Philharmonie, selbst ein Brite, das Publikum am Ende der diesjährigen HannoverProms zum Mitmachen ein. Und so geschah es auch.

Mit einem "Hannover Proms"-Konzert mit dem Motto "Stars and Stripes" startet die NDR Radiophilharmonie im frisch renovierten Kuppelsaal in die neue Konzertsaison. Wer keine Karten mehr fürs HCC bekommen hat, konnte im Stadtpark die Live-Übertragung Open Air genießen.

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Stehend und mit Inbrunst sang das Publikum in der ausverkauften Stadthalle den Hymnus „Land of Hope and Glory“ mit, der zu Edgar Elgars berühmten Marsch „Pomp and Circumstance“ gehört. Und auch die etwa 2000 Menschen, die das Konzert im stimmungsvoll illuminierten Stadtpark in Picknickstimmung miterlebten, stimmten ein. Mit dieser Reverenz an das britische Original „Last Night of the Proms“ ging ein Konzert zu Ende, das zuvor auch eine kontrastreiche Reise durch die amerikanische Musik bescherte.

Der Brahmschor und der Mädchenchor Hannover, beide einstudiert von Gudrun Schröfel, sangen mit klarem Klang alte amerikanische Lieder in der Orchesterbearbeitung von Aaron Copland. Mit dem US Nationalmarsch „Stars and Stripes“ war amerikanische Militärmusik vertreten. Und in John Adams „Short Ride in a Fast Machine“, einer furiosen Fahrt im offenen Sportwagen nachempfunden, brillierte das Orchester in allen Registern mit den vertrackten rhythmischen Verschiebungen und harmonischen Rückungen dieser post-minimalistischen Musik. Ein weiterer orchestraler Glanzpunkt war auch der virtuose „Mambo“ aus Leonard Bernsteins „West Side Story“. Ganz still wurde es, als Andrew Manze seine Streicher durch die weiten Klangbögen des „Adagio“ von Samuel Barber führte und sich meditative Ruhe im Saal ausbreitete.

Zwei Stargäste verliehen dem Konzert besondere Glanzpunkte: Makoto Ozone begeisterte in George Gershwins „Rhapsody in Blue“ als Solist am Klavier. Der Japaner ist nicht nur ein Weltklasse Jazzpianist, sondern auch im klassischen Fach ein Meister. So bekam Gershwins Musik die richtige Mischung aus großem romantischem Ton und Jazzfeeling, wobei Makoto Ozone die Kadenzen zu Kabinettstücken freier Jazzimprovisation machte. Eine ganz ähnliche Mischung von Klassik und Jazz hat die Sopranistin Angel Blue in der Kehle. Sie hatte ihren großen Auftritt mit „Summertime“ aus Gershwins Oper „Porgy and Bess“. Mit wunderbar warmer Stimme mischte sie großen Opernklang mit jazziger Farbe - das entsprach aufs Beste Gershwins Klangvorstellungen. Die gefeierte Sängerin überraschte dann beim Jazzstandard „My Funny Valentin“ von Richard Rogers zusammen mit Makoto Ozone am Klavier auch noch als coole Jazzsängerin.

Andrew Manze und seine NDR Radiophilharmonie haben mit diesem farbigen und unkonventionellen Konzert die neue Spielzeit des Orchesters eröffnet. Das Format „Hannover Proms“ war ein vielversprechender Auftakt, der am Schluss mit langen Ovationen im Stehen gefeiert wurde.

Claus-Ulrich Heine

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