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00:15 18.04.2016
Von Stefan Arndt
„Klassik macht Ah!“: Andrew Manze. Quelle: Heusel
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Hannover

Die Radiophilharmonie hat 700 Abonnenten. Es könnten fast doppelt so viele sein: 600 potenzielle Zuhörer stehen derzeit auf der Warteliste für die begehrten Konzertreihen des Orchesters. Insgesamt wurden in der zu Ende gehenden Saison rund 65 000 Karten verkauft, die Auslastung im Funkhaus liegt zuverlässig deutlich über 90 Prozent. Was also können die Verantwortlichen beim NDR künftig eigentlich noch besser machen?

Bei der Programmvorstellung wurde immerhin deutlich, dass man im Funkhaus einen Fehler vermeidet: Man ruht sich nicht auf den Loorbeeren aus. Bei keinem anderen Kulturanbieter nehmen die Programme für junges Publikum einen so breiten Raum ein. Auch, wenn das Publikum keineswegs auszusterben droht, sorgen Andrew Manze und sein Team auf allen nur denkbaren Wegen dafür, dass auch künftig der Nachwuchs nicht ausbleibt. Der britische Chefdirigent ist sich nicht einmal zu schade, in der kommenden Saison ein „Klassik macht Ah!“-Konzert zu leiten, in dem Kika-Moderatoren zu erklären versuchen, was genau ein Orchesterleiter eigentlich macht.

Dass Manze das besser weiß als viele seiner Kollegen, ist unter anderem an der neuen Qualität zu hören, die die Radiophilharmonie unter seiner Leitung erreicht hat. Wichtiger Baustein auf dem Weg zu immer größerer Perfektion und immer freierem Musizieren sind die Aufführungen sämtlicher Beethoven-Sinfonien, die Manze vor zwei Jahren in Hannover gestartet hat und die nun mit der sechsten, siebten und achten Sinfonie abgeschlossen werden. Auch die Mendelssohn-Sinfonien, die im Zentrum der ersten gemeinsamen Aufnahmen von Manze und der Radiophilharmonie stehen, werden im Sommer 2017 komplett sein. Ein neues Aufnahmeprojekt widmet sich Wolfgang Amadeus Mozart, der in der kommenden Saison mit Konzerten und Sinfonien auch öfter auf den Programmzetteln zu finden sein wird.

Unterstützt werden Dirigent und Orchester dabei von prominenten Solisten. Der ungarische Pianist András Schiff ist zwar (vorerst) nur bei Konzerten in China zu erleben, doch das Hannover-Debüt des Kanadiers Marc-André Hamelin sowie Auftritte der hier ausgebildeten Pianisten Lars Vogt, Markus Becker und Francesco Piemontesi sorgen für einen Klavierschwerpunkt im neuen Programm. Daneben bringen die Geigerinnen Arabella Steinbacher und Antje Weithaas sowie Sänger wie der Bariton Albert Dohmen Glanz ins Funkhaus, wo außer Manze auch Lionel Bringuier, Joshua Weilerstein, Lawrence Foster und Markus Poschner am Dirigentenpult stehen werden. Die Filmkonzerte - darunter eine Wiederaufnahme von „Matrix“ - liegen in den Händen von Frank Strobel. Im Ring Barock wird unter anderem David Stern - der Sohn des Geigers Isaak Stern - dirigieren.

Schlagzeuger Martin Grubinger ist Stargast beim Eröffnungskonzert am 10. September im Kuppelsaal. Unter dem Motto „Stars and Stripes“ sind amerikanische Werke zu hören. Außer Grubinger sind dann neben anderen auch der Mädchenchor Hannover und die beim letzten Klassik-Open-Air gefeierte Sopranistin Angel Joy Blue mit von der Partie.

Manze freut sich auf diesen ersten Auftritt im neuen Kuppelsaal. „Vielleicht werden wir künftig öfter dort spielen, um mehr Menschen zu ermöglichen, die spektakulären Programme live zu hören“, sagte der Dirigent. Genug Interessenten gäbe es ja. So bleibt immerhin etwas, was man in Zukunft noch besser machen kann.

Der Vorverkauf für alle Konzerte startet am 18. April. Karten und Programm unter Telefon (05 11) 27 78 98 99.

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