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Jakob Augstein sagt Lesung in Hannover ab

Nach Antisemitismus-Debatte Jakob Augstein sagt Lesung in Hannover ab

Der Kolumnist und Herausgeber Jakob Augstein hat seine umstrittene Lesung in Hannover abgesagt. Er wollte am Montag im Literarischen Salon sein neues Buch vorstellen – doch der Auftritt fand nicht nur Befürworter. Boykottaufrufe und Warnungen vor „antisemitischen Wahnvorstellungen“ machten die Runde.

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Nach Kritik an früheren Aussagen: Jakob Augstein hat seine Lesung in Hannover abgesagt.

Quelle: dpa

Hannover . Eine Begründung für die Absage nannte Augstein bislang nicht. Jakob Augstein ist „Spiegel Online“-Kolumnist und Herausgeber der Wochenzeitung „Der Freitag“. Sein Name zählt damit zu den prominentesten auf der aktuellen Gästeliste der Lese-Reihe Literarischer Salon im Universitätsgebäude am Königsworther Platz. Doch die Ankündigung vom Auftritt Augsteins sorgte für einigen Wirbel in Hannover: Im Conti-Hochhaus hingen Plakate aus, auf denen unter dem Titel „Der ehrbare Antisemit“ dazu aufgerufen wurde, „Jakob Augstein eine Absage“ zu erteilen. Augsteins „antisemitischen Wahnvorstellungen“ dürfe „keine Bühne“ geboten werden, hieß es in einem Aufruf im Internet.

Jens Meyer-Kovac, Programmleiter des Literarischen Salons, sagte am Freitag: „Wir finden es sehr bedauerlich, dass die Veranstaltung mit Jakob Augstein nicht stattfinden kann. Noch bedauerlicher finden wir, dass stattdessen nur eine unangebrachte Debatte im Vorfeld dieses Termins stattgefunden hat. Das tut uns besonders für unser Publikum leid. Schade, dass ein Gespräch mit Augstein zu seinem Buch ,Sabotage’ nicht möglich geworden ist. Denn dieses Buch ist ein extrem lesenswerter und wichtiger Beitrag zur gesellschaftspolitischen Situation nicht nur in Deutschland“.

Das Buch, aus dem Augstein lesen wollte, hat mit der Israel-Kritik des Autors nichts zu tun. 2012 äußerte Augstein, dass die Atommacht Israel den Weltfrieden gefährde, und dass Israels Fundamentalisten vom selben Zuschnitt seien wie ihre islamistischen Gegner.

In Jakob Augsteins neuem Buch findet sich auch ein Gespräch mit dem hannoverschen Soziologen Oskar Negt, der bei der Veranstaltung auch mitdiskutieren wollte. Gegenüber der HAZ sagte Negt am Freitagabend: „Ich finde es ungeheuerlich, was da gegen Jakob Augstein abläuft. Diese Identifikation von Israel-Kritik und Antisemitismus ist einfach unerträglich.“

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Umstrittener Streiter: Jakob Augstein.

Monatelang stand er unbeachtet auf der Gästeliste. Seit Wochen aber gibt es heftige Debatten um die Einladung des Mannes, der in einigen Tagen nach Hannover kommen sollte: Jakob Augstein, Sohn des „Spiegel“-Gründers Rudolf Augstein, Kolumnist und Herausgeber der Wochenzeitung „Der Freitag“, sollte am Montag Gast des Literarischen Salons der Leibniz Universität sein.

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