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Nachwuchschoreografen präsentierten Arbeiten

Ballhof Nachwuchschoreografen präsentierten Arbeiten

Seitenwechsel: Sechs Nachwuchschoreografen präsentierten ihre Arbeiten im Ballhof. Mit dem Programm „New Steps“ gibt das hannoversche Staatsballett unter der Leitung von Jörg Mannes seinen Tänzern Raum und Zeit, die Seiten zu wechseln und selbst zu choreografieren.

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Sechs Nachwuchschoreografen präsentierten ihre Arbeiten im Ballhof.

Quelle: Mannes

Hannover. Der Zeitplan eines Tänzers an einem Staatsballett ist eng getaktet: Training, Proben und Aufführungen lassen kaum Zeit fürs Privatleben, geschweige denn für eigenes kreatives Schaffen. Mit dem Programm „New Steps“ gibt das hannoversche Staatsballett unter der Leitung von Jörg Mannes seinen Tänzern Raum und Zeit, die Seiten zu wechseln und selbst zu choreografieren - auch im Hinblick auf berufliche Neuorientierung, wenn die Tänzerkarriere endet. Eine Werkschau im Ballhof förderte nun eindrucksvoll zutage, wie Tänzer ihre eigene Bewegungssprache entwickeln und umsetzen.

Sechs Nachwuchschoreografen präsentierten ihre Arbeiten. Fünf sind Tänzer am hannoverschen Staatsballett. Mit Robert Phillips war ein Mitglied der Dance Company des Theaters Osnabrück zu Gast. Dort gibt es unter dem Titel „Open Windows“ ein ähnliches Format. Zum ersten Mal haben sich Hannover und Osnabrück nun ausgetauscht. Demnächst wird einer der hannoverschen Tänzer in Osnabrück sein Stück zeigen. Wer es sein wird, ist noch unklar. Wenn es nach dem Publikum im Ballhof gegangen wäre, wäre wohl David Blázquez der Kandidat.

Gleich mit zwei atmosphärisch dichten Stücken trat der Spanier an, der seit zehn Jahren zum Staatsballett gehört, und erntete jedes Mal Jubel und Beifall. In „24 - 37“ erzählt er von der Liebe zwischen zwei Männern (Patrick Michael Doe und Denis Piza), die mit dem Altersunterschied hadern. Blázquez gelingt es mit seinem hervorragenden Tänzerduo, die ungewöhnliche Liebesgeschichte kitschfrei, temporeich und mit kraftvollen, ausgefeilten Bewegungen zu erzählen.

Auch seine düstere Familiengeschichte „1936“ um eine herrische Witwe, die ihre Töchter und Söhne tyrannisiert, beeindruckt nachhaltig. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ihm auch hier erstklassiges Personal aus dem Ensemble, allen voran Cássia Lopes als Witwe, zur Verfügung steht.

Mónica García Vicente, die einzige Frau unter den sechs Choreografen, setzt in ihrem Stück „Mein“ über das Aufflackern und Erlöschen von Leidenschaft mit Lauren Murray und Alexander McKinnon zwei Tänzer bravourös in Szene, die sonst eher in der zweiten Reihe tanzen. Auch das macht „New Steps“ sehenswert: Dass hier Tänzer ins Rampenlicht rücken, die auf der großen Bühne eher weniger wahrgenommen werden.

So machte denn auch das derzeit jüngste hannoversche Ensemblemitglied Conal Francis-Martin mit einer Choreografie auf sich aufmerksam: Der erst 22-Jährige zeigte mit einem Solo, hingebungsvoll getanzt von Orazio Di Bella, ein kurzes, aber starkes Stück über die Macht der „Erinnerung“. Er wird vorerst im Gedächtnis bleiben.

Von Kerstin Hergt

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