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Mehr als nur ein Sommerhit

Namika im Capitol Mehr als nur ein Sommerhit

Bekannt wurde die Sängerin Namika, die ihre Karriere als Rapperin begann, durch ihren Sommerhit "Lieblingsmensch". Im gut gefüllten Capitol zeigt sie am Dienstagabend, dass sie noch viel mehr zu bieten hat. 

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Hannover. Namika kennt man durch ihren Sommerhit "Lieblingsmensch", der noch heute tagein tagaus aus dem Radio dudelt. Scheinbar aus dem Nichts war da plötzlich diese Künstlerin mit den marokkanischen Wurzeln und der vollmundigen Soulstimme.

Im gut gefüllten Capitol zeigt Namika, dass sie mehr als nur Phrasen zu Gute-Laune-Pop zu bieten hat. Zu krachenden E-Gitarren und Schlagzeuggetrommel betritt die 24-Jährige im schwarz-weißen Ringelshirt die Bühne. Ihr erstes Album veröffentlichte sie im Jahr 2013. Damals nannte sie sich noch Hän Violett – und rappte mit Gangster-Posen, knallrotem Lippenstift und Cappy. Rappen kann Namika aber immer noch. Wie Sabrina Setlur, eine der erfolgreichsten deutschen Rapperinnen Ende der neunziger und Anfang der nuller Jahre, ist sie in der Bankenstadt Frankfurt aufgewachsen. So rotzig wie Setlur ist Namika aber nicht, sondern höchstens mal trotzig. "Ich bin nicht kompliziert, du verstehst mich einfach nicht", singt sie in ihrer aktuellen Single "Kompliziert".

Namika kennt man durch ihren Sommerhit "Lieblingsmensch", der noch heute tagein tagaus aus dem Radio dudelt. Am Dienstag war sie im Capitol zu Gast.

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Denn in Namikas Liedern geht es nicht nur um Lieblingsmenschen, sondern auch um schwierige Beziehungen und das Gefühl, sich in zwei Kulturen heimisch zu fühlen. Aus der Hip-Hopperin ist eine Lady geworden. Mittlerweile ist ihre Musik eine tanzbare Mischung aus Pop, Hip-Hop und orientalischen Klängen. Als "Flowgesang" bezeichnete Namika ihre Songs einmal – Raptexte, die man auch singen kann. Das lässt sich wohl besser vermarkten als eine freche Hip-Hop-Göre.

Trotzdem wirken Namika und die Texte, die sie singt, authentisch. Ihr erstes Album heißt "Nador", so wie die Küstenstadt, aus der die Großeltern der Sängerin stammen. Es wurde von den Beatgees produziert, die auch schon mit der hannoverschen Sängerin Lena Meyer-Landrut arbeiteten. "In Marokko war ich eine Deutsche", sagt Namika beim Konzert. Einige ihrer Musikvideos drehte sie in dem afrikanischen Land. Auf der Bühne strahlt sie pure Lebensfreude aus und tanzt ausgelassen mit ihrer Backgroundsängerin, als feierten sie einen Mädelsabend im Club. Genauso wie die Zuschauer davor, zusammen mit ihren Lieblingsmenschen. Denn Namika kann mehr als einen Sommerhit liefern – auch wenn ihre Songs Lust auf die warmen Tage machen. 

von Sarah Franke

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