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Die helle Halle für rund 120 Fotografien

Eröffnung der neuen Galerie für Fotografie Die helle Halle für rund 120 Fotografien

Rolf Nobel präsentiert die neue Galerie für Fotografie – die „mindestens nationale Bedeutung“ erlangen soll. Die neue Galerie wird am 6. März mit der Ausstellung „Archideologie“ eröffnet. Der neue Location bietet auf auf 260 Quadratmetern Fläche und zwei Ebenen Platz für rund 120 Fotografien.

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Die Galerie für Fotografie vor der ersten Ausstellung,  bei der Architekturfotografien von Tomek Mzyk gezeigt werden. Die zeigt der Fotograf hier schon einmal Rolf Nobel (links) – dem Initiator der Galerie.

Quelle: dpa

Hannover . Schwarz prangt in riesengroßen Lettern „GAF“ an der weißen Wand, umrahmt vom Schwarz der Säulen und der Eisenträger – weit oberhalb der grauen Ausstellungsflächen für die Objekte dieser Galerie. GAF, das kann man in diesem Falle durchaus auch als Imperativ verstehen. Denn zum schaulustigen Gaffen oder auch zum feinsinnigen Kunstgenuss lädt hier demnächst die „Galerie für Fotografie“ ein, für deren Namen das Kürzel steht.

Die Architektur dieses neuen Fotodomizils wird Gästen der Eisfabrik in der hannoverschen Südstadt vertraut sein. Denn dort, in der bisherigen „Blauen Halle“, residiert die neue Galerie. Die hat Rolf Nobel, Professor für Fotografie an der Hochschule Hannover, jetzt gemeinsam mit seinen Mitstreitern der Öffentlichkeit präsentiert – und dabei die Latte ziemlich hoch gelegt: „Wenn in Hannover mal eine Galerie eröffnet statt geschlossen wird, ist das ja schon eine Nachricht“, sagt der gelernte Journalist. „Aber unsere Ziele sind weiter gesteckt: Wir wollen eine Fotogalerie von mindestens nationaler Bedeutung aufbauen.“

Die Voraussetzungen dafür sind nicht schlecht. „Die Absolventen unseres Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie genießen hohes Renommee und haben schon fast alle internationalen Fotopreise kassiert“, sagt Nobel. Den Studenten biete die GAF eine Chance, Arbeiten in sonst kaum möglicher Breite zu präsentieren. „Und das statt nur vorübergehend in der Hochschule auf der Expo Plaza in einer dauerhaften Galerie in der Stadt – im kreativen Umfeld der Eisfabrik.“

Gutes Ambiente für Fotografien

Nobel peilt eine Mischung aus Absolventenausstellungen und Fotoschauen arrivierter Fotografen an. Für beide Gruppen bietet die Galerie ein gutes Ambiente. Auf 260 Quadratmetern Fläche und zwei Ebenen können rund 120 Fotografien ausgestellt werden. Die hohen Fenster lassen Tageslicht so üppig in den Raum fluten, dass Kunstlicht oft fast verzichtbar scheint. Die professionelle Kunstlichtsetzung gehört aber ebenso zu den Neuerungen für die Galerie wie der Farbdreiklang in Schwarz-Weiß-Grau. „Die Lichtfarbkomposition musste monochrom sein, damit Schwarz-Weiß-Bilder ebenso wie Farbfotos zur Geltung kommen“, sagt Bernd Rokahr, der Architekturprofessor an der Hochschule Hannover ist und die Neugestaltung entworfen hat.

Deren Kostenkalkül wurde zwar eingehalten, wie Rolf Nobel hervorhebt, es ist mit 90.000 Euro aber auch nicht ganz niedrig. „Und wir hatten keinen Cent“, fügt Nobel noch hinzu. Mithilfe von Kulturdezernentin Marlis Drevermann, die die „Blaue Halle“ als Ort für die Fotogalerie ins Spiel gebracht haben soll, vor allem aber mit der Finanzierung durch die Stiftung Niedersachsen, die Nord/LB-Stiftung, die Sparkassen-Stiftung und die Stiftung Hannover wurde der Umbau dennoch möglich. Noch ist die Existenz der Galerie gleichwohl ungesichert. Denn über die Renovierungskosten hinaus fallen für den GAF-Träger – den Verein zur Förderung der Fotografie in Hannover e. V., dessen Vorsitzender Nobel ist – jährliche Betriebskosten von rund 30.000 Euro an. Diese Summe will man durch Spenden und Sponsoren, eine Benefizveranstaltung vor Weihnachten, eine Galerieprovision bei Fotoverkäufen, vor allem aber durch Fotoworkshops einspielen, die Fotoprofis dreimal im Jahr in der Galerie veranstalten sollen. „Und vielleicht“, sagt Nobel, „können wir auch Überschüsse aus dem Lumix-Festival zur Kostendeckung nutzen.“

Vor allem aber will der Fotoprofessor die Galerie in den Herzen ihrer Besucher verankern. „Die GAF steht für erzählende Fotografie, die sich kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzt – mit Menschen und deren Lebensumständen.“ Geplant sind Ausstellungen der Fotografen Henning Bode und Andreas Meichsner, die beide an der Hochschule Hannover studiert haben, sagt Martin Smolka, der die GAF gemeinsam mit Sonja Palade leitet. Außerdem soll es in diesem Jahr Brückenschläge zu Klassikern sozialdokumentarischer Fotografie und einen Themenschwerpunkt Polen geben. Eröffnet wird die GAF in der kommenden Woche mit Architekturfotografien von Tomek Mzyk – mit Konzeptfotografie also, die eher untypisch für das sonstige GAF-Konzept ist.

Galerie für Fotografie, Eisfabrik, Seilerstraße 15D, Eröffnung am Donnerstag, 6. März, um 19 Uhr mit der Ausstellung „Archideologie“, die bis zum 23. März Arbeiten von Tomek Mzyk zeigt.

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