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Repusic wird auch Chef in München

Neuer Generalmusikdirektor in Hannover Repusic wird auch Chef in München

Hannovers neuer Generalmusikdirektor Ivan Repusic wird ab 2017 auch die Leitung des Münchner Rundfunkorchesters übernehmen. In Hannover gibt man sich derweil gelassen. Repusic werde seine Aufgaben erfüllen, so Opernintendant Michael Klügl.

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Ivan Repusic.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover . Ivan Repusic ist ein gefragter Mann: Der 1978 geborene Kroate dirigiert bereits jetzt an den größten deutschen Opernhäusern und hat in den kommenden Jahren spannende Debüts bereits fest vereinbart. Trotzdem versicherte er bei seiner Vorstellung als neuer hannoverscher Generalmusikdirektor vor zwei Wochen, er werde sich fortan ganz auf die Aufgabe an der Staatsoper konzentrieren. Das wird nun voraussichtlich nur ein Jahr lang so sein: Am Freitag bestätigte der Bayerische Rundfunk einen Bericht des „Münchner Merkurs“, nach dem Repusic ab 2017 zusätzlich die Leitung des Münchner Rundfunkorchesters übernehmen wird. Einzelheiten dazu will das Orchester erst in der kommenden Woche bekannt geben.

In Hannover gibt man sich derweil gelassen. Opernintendant Michael Klügl teilte am Freitag mit, Repusic werde trotz des Engagements in München „seine Aufgaben in Hannover wie geplant erfüllen“. Der Kroate hat an der Staatsoper einen Vertrag über drei Jahre. 2019 bekommt das Haus ein neues Leitungsteam – und es gilt als wahrscheinlich, dass dann auch das Amt des Generalmusikdirektors neu vergeben wird.

Zwei Chefpositionen durchaus üblich

Repusics hannoversche Auftritte lassen auch schon in der kommenden Spielzeit durchaus Luft für weitere Betätigungen: Er leitet zwei Neueinstudierungen – „Manon Lescaut“ zur Spielzeiteröffnung und später den „Fliegenden Holländer“ – sowie vier der insgesamt acht Sinfoniekonzerte. Das entspricht dem üblichen Pensum eines Chefdirigenten. Ungewöhnlich ist höchstens, dass der ehemalige Erste Kapellmeister des Hauses voraussichtlich keine Wiederaufnahmen leiten wird.

Dass ein Dirigent gleich zwei Chefpositionen innehat, ist in der Musikwelt durchaus üblich: Auch Ulf Schirmer, Repusics Vorgänger beim Münchner Rundfunkorchester, war gleichzeitig Chefdirigent der Oper Leipzig. Und Schirmers designierter Nachfolger beim Gewandhausorchester wiederum ist ebenfalls doppelt eingespannt: Andris Nelsons gibt außer in Leipzig auch in Boston den Ton an. Besonders günstig für Dirigenten gilt die Kombination eines Sinfonie- und eines Opernorchesters. Auch Ivan Repusic gehört nun bald zu den Glücklichen, die in diesen beiden Welten zu Hause sein können.

In München erwarten ihn allerdings auch schwierige Zeiten: Das Rundfunkorchester ist der kleinere Klangkörper des Bayerischen Rundfunks in der Stadt und spielt hinter dem renommierten Sinfonieorchester die zweite Geige. Der zuständige Hörfunkdirektor Martin Wagner hat der seit Jahren immer wieder diskutierten Abwicklung des Orchesters zwar jüngst eine Absage erteilt, doch sicher wird sich der neue Chef mit Sparvorgaben auseinandersetzen müssen. Gestern war davon aber noch nichts zu spüren. „Wir freuen uns und sind stolz, dass wir mit Ivan Repusic einen so herausragenden Künstler für das Amt des Chefdirigenten gefunden haben“, sagte Hörfunkdirektor Wagner.

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