Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Kultur ist Nebensache
Nachrichten Kultur Kultur ist Nebensache
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:56 27.12.2015
Besuch im Sprengelmuseum. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Kultur steht in Niedersachsen nicht hoch im Kurs. Dieser Schluss liegt nahe, wenn man die öffentlichen Ausgaben von Land und Kommunen zum Maßstab nimmt. Nach einer vom Landesamt für Statistik (LSN) jetzt vorgelegten Erhebung für das Jahr 2011 lagen die Gesamtaufwendungen für Kultur bei rund 543 Millionen Euro. Dies sind 8,0 Prozent weniger als im vorangegangenen Erhebungsjahr 2009. Umgerechnet auf jeden Einwohner sind 2011 in Niedersachsen rund 70 Euro für Kultur geflossen, vier Euro weniger als 2009. In dem Betrag sind auch Ausgaben für "kulturnahe Bereiche" wie Volkshochschulen und sonstige Weiterbildung, kirchliche Angelegenheiten sowie Rundfunkanstalten und Fernsehen enthalten. 2016 solle es besser werden, sagte die Sprecherin des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, Margit Kautenburger. Trotz angespannter Haushaltslage werde alleine das Land 215,9 Millionen Euro für Kultur aufwenden. "Das entspricht einer Steigerung von 3,7 Prozent."

Unabhängig davon hinkt Niedersachsen bei den Kulturausgaben im Vergleich mit den meisten anderen Bundesländern weit hinterher. Deutschlandweit lagen die öffentlichen Kultur-Aufwendungen im Jahr 2011 pro Bürger bei durchschnittlich 102 Euro. Das in Relation meiste Geld für Kultur wurde in Berlin (190 Euro je Einwohner), Sachsen (164), Bremen (162) und Hamburg (154) ausgegeben. Weniger als Niedersachsen zahlten nur noch Rheinland-Pfalz und das Saarland (jeweils 68) und als Schlusslicht Schleswig-Holstein (62 Euro je Einwohner). Nach Einschätzung der Statistiker werden die Kulturausgaben vom Vorhandensein größerer Städte beeinflusst, deren kulturelle Angebote überregionale Strahlkraft besitzen.

Kulturausgaben im Osten deutlich höher

So besuchten viele Niedersachsen auch kulturelle Veranstaltungen in Hamburg oder Bremen. Auffällig sei, dass die durchschnittlichen Kulturausgaben in Ostdeutschland mit 143 Euro je Einwohner deutlich höher liegen als im Westen (91 Euro). Ähnlich bewertet es das Kulturministerium in Hannover: "Die Stadtstaaten haben bezogen auf die Einwohnerzahl ein ungleich größeres Kulturangebot zu bieten", sagte Sprecherin Kautenburger. "Berlin genießt finanziell den Hauptstadtbonus." Und die ostdeutschen Länder seien nach der Wiedervereinigung "großzügig mit Haushaltsmitteln ausgestattet worden, die zum Teil doppelt so hoch waren wie in den alten Flächenländern".

In Niedersachsen leisteten zudem - anders als in anderen Ländern - Stiftungen wie die Klosterkammer oder die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz "zusätzliche wertvolle Beiträge", die in den Länder-Vergleichszahlen der Statistiker nicht enthalten seien, sagte Kautenburger. Hinzu komme, "dass quantitative Daten nicht zwangsläufig etwas über die Qualität der Kulturfinanzierung aussagen". Es sei in den vergangenen Jahren in Niedersachsen gelungen, trotz vergleichsweise geringer Mittel "grundlegende Strukturen für nachhaltige und qualitätsvolle Kulturarbeit zu entwickeln".

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Neuseeland? Von wegen! Die Heimat der Elben, Orks und Hobbits lag nicht dort, wo Peter Jackson ihre Geschichte verfilmte. Vielmehr soll J.R.R. Tolkien beim Schreiben an die Schweizer Alpen gedacht haben. Dort hat ein Deutscher das weltgrößte Mittelerde-Museum geschaffe

27.12.2015

Unterwegs auf dem Jakobsweg: Devid Striesow pilgert in „Ich bin dann mal weg“ auf Hape Kerkelings Spuren. Regisseurin Julia von Heinz hat die Reise 800 Kilometer lange Reise des Komikers bis ins spanische Santiago de Compostela verfilmt. 

29.12.2015

Laut der Band Radiohead könnte das aktuelle Bond-Titellied ganz anders klingen: Offiziell stammt der Song zu "Spectre" von Sam Smith - doch auch die Musiker um Sänger Thom York komponierten ein Lied zum neusten Film über den Agenten und verschenkt ihn nun an alle Fans.  

26.12.2015
Anzeige