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Kultur Nils Wogram spielt bei der Jazzwoche
Nachrichten Kultur Nils Wogram spielt bei der Jazzwoche
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00:16 28.10.2016
Ein Blues für den Bach: Nils Wogram hat ein Stück der Oker gewidmet. Quelle: Villegas
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Hannover

Es geht um Bauernhöfe. Um Stare, die in imposanten Formationen gen Süden ziehen. Oder um das Flüsschen Oker, das gemächlich durch Nils Wograms Geburtsstadt Braunschweig fließt. Aber auch um das schmucke Städtchen Hofstetten in der Schweiz, wo Wogram mittlerweile wohnt. Und was hat das nun mit modernem Jazz zu tun? Eine ganze Menge. „Nature“ heißt die neue CD des Posaunisten und seines Trios mit dem wegweisenden Namen Nostalgia, das nun im hannoverschen Jazz-Club gastierte. Darauf hat sich der Albert-Mangelsdorff-Preisträger vom Thema Natur inspirieren lassen. Und dieses Thema mit verhaltener, zurückgenommener Poesie und klar umrissenen Soundvorstellungen umgesetzt.

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Die Band Nils Wolgrams Nolstalgia Trio€œ bei Konzert im Jazz-Club Hannover. 

Nostalgie? Natur? Ob das in eine Jazzwoche passt, die sich zum Ziel gesetzt hat, junge, aktuelle Strömungen des Jazz abzubilden? Ja! Schließlich liegt hierin der Reiz und der Wagemut des Jazz – sich in alle Richtungen zu bewegen. Warum nicht auch mal nach hinten? Und zwar auf ein antik anmutendes Medium wie dem Orgel-Jazz-Trio, um dieses aus einem komplett anderen Blickwinkel neu zu interpretieren. Romantik statt Bilderstürmerei. Zumindest in Ansätzen.

Doch Wogram und seine Gefährten, der Schlagzeuger Dejan Terzic und der Hammond-B-3-Orgel-Spezialist Arno Krijger wären nicht die als herausragend bekannten Instrumentalisten, würden sie nicht ihren improvisatorischen Ideen freien Lauf lassen. Natürlich verzichtet Wogram nicht auf flüssige Soli in rasantem Tonabfolgen und sein beeindruckendes mehrstimmiges Spiel. Natürlich fasziniert Organist Krijger mit irrwitzigen Bassläufen auf den Pedalen seines Instruments. Und auch Schlagzeuger Terzic darf – wenn auch selten – in der Technik-Kiste kramen. Alle drei Musiker aber ordnen sich dem großen Ziel unter, ein stimmiges Klangbild zu schaffen.

In der Pause diskutieren Zuhörer darüber, ob dieser Musik nicht ein paar expressive Ausbrüche gut tun würde. Aber das ist nicht Wograms Konzept. Seine Musik ist darauf ausgelegt, den vermeintlich jazztypischen Hahnenkampf der Solisten auszublenden und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Das kann sich beim nächsten Auftritt schon wieder ganz anders anhören. So ist der Jazz.

In der Jazzwoche geht es am 26. Oktober mit dem Wood & Steel Trio in der Galerie Kubus um 20 Uhr weiter, am 27. Oktober spielt das RGG Trio bei der „Unesco City of Music Jazz Night“ ab 21 Uhr im Kulturpalast Linden. Am 28. Oktober, 20 Uhr, beschließt Pianist Alexander Schlippenbach das Festival im Bechstein Centrum.     

Von Bernd Schwope

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