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Frühere Stasi-Zentrale ist ein Museum

Offizierskasino als Lernort Frühere Stasi-Zentrale ist ein Museum

Dort, wo einst die Stasi in Berlin residierte, soll heute von der Geschichte gelernt werden. Vieles ist im Original erhalten, so auch das Büro von Stasi-Chef Erich Mielke. Nun soll eine Bibliothek zur SED-Diktatur hinzukommen.

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Dort, wo einst die Stasi residierte, klärt heute ein Museum über die düstere Seite der DDR-Vergangenheit auf.

Quelle: dpa

Berlin. Der geplante Campus auf dem früheren Gelände des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin kommt ein Stück voran. Jetzt werde das einstige Kasino für Stasi-Offiziere saniert, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Deutschen Presse-Agentur. Der Bund habe das Haus 22 auf dem riesigen Areal in Berlin-Lichtenberg zurückgekauft. "Das Projekt ist nun auf gutem Weg."

Eingerichtet werden soll in dem Gebäude ein Informationszentrum mit Bibliothek zur SED-Diktatur, Veranstaltungsräumen und einem Lesecafé.

"Es wäre schön, wenn das bis zum 30. Jahrestag des Mauerfalls 2019 fertig wird", sagte Jahn. Der frühere DDR-Oppositionelle will die einstige Stasi-Machtzentrale zu einem Lernort für Demokratie entwickeln. "Der Ort steht für Repression, Revolution und Aufklärung", so Jahn. Vor 26 Jahren, am 15. Januar 1990, hatten aufgebrachte Bürger das verhasste Ministerium erstürmt und einen Großteil der Akten vor der Vernichtung gerettet.

In Haus 1, dem einstigen Dienstsitz von Stasi-Chef Erich Mielke, gibt es ein Stasi-Museum. Vor einem Jahr wurde dort die neue Dauerausstellung des Bundesbeauftragten und des Vereins ASTAK mit dem Titel "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" eröffnet. Auch das original erhaltene Büro von Mielke kann besichtigt werden. Laut Jahn kamen schon 100 000 Besucher in die Ausstellung.

In den Häusern 7, 8 und 9 ist das Archiv des Stasi-Ministeriums mit den originalen Unterlagen angesiedelt. Hier lagern etwa die Hälfte der Stasi-Hinterlassenschaft von rund 111 Kilometern Akten sowie zahlreiche Film-, Foto- und Tondokumente.

Im Haus 7 soll bis 2017 ein multimediales Angebot mit Muster-Akten aufgebaut werden, um das Stasi-Archiv leichter zugänglich zu machen. Besucher könnten sich dann umfassend über Inhalte, Erschließung und Arbeit mit den Stasi-Papieren informieren.

Am 17. Juni dieses Jahres soll auf dem Innenhof zudem eine dauerhafte Open-Air-Ausstellung zur friedlichen Revolution eröffnet werden. Die Schau der Robert-Havemann-Gesellschaft war in Teilen 2009 auf dem Berliner Alexanderplatz zu sehen.

Der Bundesbeauftragte betonte, in Lichtenberg solle "ein Ort der Aufklärung über Diktatur und Widerstand" entstehen. Hier könnten sich Menschen Geschichte aneignen und aus ihr lernen.

In dem einst hermetisch abgeriegelten Betonkomplex mit rund 50 Gebäuden saßen bis zu 7000 der DDR-weit 90.000 Stasi-Leute als "Schild und Schwert" der SED. Laut Stasi-Unterlagen-Behörde konnte das Ministerium zudem auf etwa 180.000 Inoffizielle Mitarbeiter (IM) aus allen Schichten der DDR-Bevölkerung zurückgreifen.

dpa

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