Besonders der zweite Teil der Diagnose. Kalkofe hat die Wiederholung dieser Feststellung mit immer anderen Worten zu seinem Beruf gemacht.
Und so war er am Mittwoch mal wieder im – ausverkauften – Capitol in Hannover zu Gast, um über Finanzexperten („doofer als Franjo Pooth“), das Fernsehnachmittagsprogramm („so doof – wie schaffen die das nur, dass ihnen nachts im Schlaf das Gehirn nicht aus dem Ohr rollt?“) oder Tierkotbeschnüffelung bei „Wetten dass“ („Da hat das Gespräch von Gottschalk und Reich-Ranicki doch wirklich was gebracht“!) zu sprechen.
Fast drei Stunden brauchte er für seine zeitkritischen Diagnosen, das Publikum war vergnügt und erklatschte sich noch einen Zugabenblock. Der Fernsehkritiker auf der Bühne hatte für jeden was dabei, platte Pointen für die Mario-Barth-Fraktion („Das ist so sinnvoll wie Hämorrhoidensalbe als Brotaufstrich“) und Feinziseliertes für die Älteren (Was der Papst zur Verteidigung hätte dagen können: „Ich bin noch jung und unerfahren und komme aus Deutschland, da kennt man sich nicht so aus mit dem dritten Reich.“)
Kalkofe vorzuwerfen, er mache es sich mit seinen Gegnern zu einfach, ist nicht ganz fair. Irgendjemand muss es doch machen, muss sich so sinnfreie Dinge wie „Gräfin gesucht“ oder „The next Uri Geller“ anschauen. Was man Kalkofe vorwerfen kann, ist dass er vielleicht etwas zu lange auf eigentlich toten Pferden herumreitet. Zwei, drei Veralberungen von so einem wie Vincent Raven, der mit Raben spricht und so Kontakt zur „Anderswelt“ aufnimmt, sind zuviel, einmal reicht. Hilft ja sowieso nicht. Und auch wie Kalkofe mit Gesa aus dem Publikum („Die kann sich an ihrer Schönheit keinen Bruch heben“) umging, war weder fein noch fair.
Aber der ganze Rest war natürlich sehr komisch. Besonders die Dia-Show mit historischer Zigarettenwerbung, die – aufgemerkt Oliver – auch sehr schön zeigt, wie die Zeiten sich ändern.
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Kommentare
Gesa aus dem Publikum Michael – 17.02.09
...man muss dazu aber auch wissen, dass Gesa eine alte Bekannte aus Kalkofes Fankreis ist und seine Bemerkungen deshalb weder unfein, noch unfair waren, sondern einfach nur... Olli!