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Neues Album

Oliver Perau ist mit seinem Swing-Projekt auf der Erfolgsspur

Von Uwe Janssen

Sänger Oliver Perau alias Juliano Rossi sprintet zum nächsten Erfolg. Seine neue CD „Free Runner“ ist jetzt auf dem Markt.
Juliano Rossi im Ballhof.

Juliano Rossi im Ballhof.

© Christian Burkert

Musiker unter sich pflegen einen lockeren Umgang, sollte man meinen. Oliver Perau hält das eigentlich auch so. Doch in einem Punkt macht der hannoversche Sänger eine Ausnahme. Zu Rudolf Schenker, dem Gitarristen der Scorpions, sagt Perau nicht Rudolf oder Rudi, sondern „Herr Schenker“ und „Sie“, während Herr Schenker „Olli“ und „Du“ sagt. Wie kommt das? „Schenkers Sohn Marcel war ein Schulfreund von mir. Und seinen Vater hab’ ich eben gesiezt, Rockstar hin oder her. Dabei ist es einfach bis heute geblieben.“

Mittlerweile hat Perau selbst eine Rockstarkarriere hinter sich. Keine Weltkarriere zwar, aber mit Terry Hoax sorgte Perau Ende der Achtziger schon für mächtig Aufsehen im Land. Für so einen wie ihn war der Begriff Rampensau erfunden worden. Der, so die einhellige Meinung, gehört auf die Bühne. So war es, und – auch wenn sich Terry Hoax Mitte der Neunziger auflöste – so blieb es. Nun hat sich allerdings der musikalische Schwerpunkt verlagert – von Rock und Pop zu Swing und Jazz.

Unter dem Namen Juliano Rossi gab Perau den Crooner, schon bevor Robbie Williams das Metier neu belebte. Doch während der Swing für den englischen Superstar eine Episode blieb, machte Perau in Ruhe weiter und ist nun für seine Beharrlichkeit belohnt worden. Sein neues Rossi-Album „Free Runner“ erscheint jetzt – auf dem legendären EMI-Jazz-Label „Blue Note“. Nur zwei deutsche Künstler haben das vor Perau geschafft. Und das macht ihn „ziemlich stolz“.

Der 38-Jährige hat Altes mit Neuem verbunden. Sein Gesang und die Songs sind in klassischer Form gehalten, die Verpackung ist sehr modern. Denn er hat junge Soundtüftler aus der Hip-Hop-Szene an die Arrangements gelassen, die Beats klingen frisch, eingestreute Samples und Geräusche sorgen immer wieder für Brüche, ohne die Songs zu zersetzen. Denn bei aller stylish-hippen Möblierung: Der Sänger und seine – englisch gesungenen – Lieder sind das Zentrum des Albums. „Is there a Function in this World for me?“, fragt er. Herr Rossi sucht das Glück. Wenn es in einer großen Hörerschaft besteht – das könnte klappen.

Denn alles wirkt zeitgemäß lässig. Schwülstige Pianoballaden wie „I love the Ocean“ oder das swingende „This is the best Time of my Life“ haben Ratpack-Charme. Und ein Song wie die erste Single „I want my Money back“ hat durchaus eine Chance, sich bei den Radiosendern einzunisten. Der Sänger lotet das Genre bis in die Ecken aus – und erweitert es hier und da. Einzige wirkliche Ausreißer sind Burt Bacharachs versoultes „I wake up crying“ (die einzige Coverversion auf der Platte) und das Latinstück „Glamorous Music“.

Viel Rossi steckt derzeit in Oliver Perau, doch er hat noch mehr vor in diesem Jahr. Das Comeback von Terry Hoax steht vor der Tür. Live konnte man die Band bereits bei den Fury-Abschiedskonzerten im vergangenen Sommer erleben. Ein neues Album hat die Band eingespielt – auf Anregung von Wolfgang Sick in dessen Peppermint Park Studio, dort, wo ihre Karriere begann.

Jetzt ist Terry Hoax auf der Suche nach der richtigen Plattenfirma. Und dann hat Hannover wieder eine ihrer erfolgreichsten Rockbands zurück. Viel Arbeit für Oliver Perau, aber er freut sich drauf.

Am Freitag, 6. März, stellt der Sänger das Album im hannoverschen Klub „acanto“, Dragonerstraße 28, vor.

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