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Kultur Mit Witz und Aberwitz: „Otto. Die Ausstellung“ startet in Hamburg
Nachrichten Kultur Mit Witz und Aberwitz: „Otto. Die Ausstellung“ startet in Hamburg
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17:03 13.09.2018
Parodien großer Meister und ihrer Werke: Die Bilderschau „Otto – Die Ausstellung“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Quelle: Otto Waalkes
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Hamburg

Hier hat er das Malen gelernt. Von der Pike auf: die altmeisterliche Schichtenmalerei, die Malerei mit Öl und Acryl, das Aquarellieren und vor allem das Zeichnen, das später auch durch seine enge Verbundenheit mit den Künstlern der Frankfurter Schule geprägt wird. 1970 beginnt Otto ein Studium der Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Doch dann kam der Erfolg als Komiker – die Zeit zum Malen war knapp. Die Städte wechselten sich im Auftrittstakt.

Ottifanten an der Museumwand

Der Friesenjung aus Emden ist Wahl-Hamburger. Seit einigen Jahren besinnt sich Waalkes nun wieder auf die bildende Kunst. Dabei entstand etwa das Werk „Dalifant“ nach Bildern des surrealistischen Malers Salvador Dalí. Hommagen an Künstler wie Leonardo da Vinci, Edward Hopper, Roy Lichtenstein, David Hockney, Pablo Picasso oder Edvard Munch entstehen. Natürlich immer mit einer Spur Witz und Aberwitz. Eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt von Freitag an Zeichnungen und Gemälde des Komikers Otto Waalkes. Viele seiner Grafiken und Leinwanddrucke sind eine Hommage an Werke berühmter Künstler, die er um sein Markenzeichen, die Figur eines Ottifanten, ergänzt. „Die Parodie ist für mich die aufrichtigste Form der Verehrung“, sagte Waalkes am Donnerstag bei der Vorstellung der Schau, die bis zum 17. Februar 2019 zu sehen ist. Insgesamt werden 200 Exponate des Bühnenkünstlers, der im Juli seinen 70. Geburtstag feierte, präsentiert.

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„Otto. Die Ausstellung“ war zuvor bereits in Frankfurt am Main zu sehen. Doch die Hamburger Version sei viel größer, zudem werde der Bezug des Künstlers zur Hansestadt gezeigt, sagte eine Museumssprecherin.

Der Focus in der Hamburger Ausstellung liegt auf dem bildnerischen Werk. Doch sie bietet auch einen Überblick auf das gesamte Schaffen. Die Besucher können sich Ausschnitte aus den legendären Otto-Shows von 1974 bis 1982 ansehen, Spickzettel für Bühnenauftritte lesen oder Kostüme, Plattencover und Gitarren des Entertainers betrachten. „Ich bin beeindruckt“, sagte der Künstler über die Schau. Er habe schon als Jugendlicher für die Schülerzeitung gezeichnet. „Es macht sehr viel Spaß.“ Zu den Ursprüngen des Ottifanten sagte der Ostfriese: „Der Ottifant ist das Resultat eines missglückten Selbstporträts.“

Bei seinen Gemälden bedient sich Waalkes unterschiedlichster malerischer Techniken - je nachdem, welchen Künstler aus welcher Epoche er sich vornimmt. Oft baut er dabei ein Selbstporträt ein. Als Reiter ist er etwa begleitet von zwei Ottifanten in einem an Max Liebermann angelehnten Werk zu sehen. Als „Wanderer über dem Nebelmeer“ (Caspar David Friedrich) schaut er gemeinsam mit einem Ottifanten ins Weite - die Gitarre in der Hand darf dabei nicht fehlen.

Von RND/ali/dpa

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