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Nachrichten Kultur Das ist die Performance "Heimat ist ein Verb"
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00:15 25.03.2017
Die Performerinnen von "Heimat ist ein Verb". Quelle: Salzmann
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Hannover

Hinlegen. Aufstehen. Hinstellen. Hinsetzen. Aufstehen. Wieder hinsetzen. Die Inszenierung „Heimat ist ein Verb“ der Theaterwerkstatt Hannover im Pavillon verlangt dem Zuschauer einige Positionswechsel ab. Es geht von einer Art geführter Meditation in Richtung individueller Heimat - die Zuschauer liegen dafür im Dunkeln auf Feldbetten. Dann stellen sie sich auf eine Landkarte. Weiter geht es im Stuhlkreis mit Kindheitsfoto-Diashow und schließlich in den Zuschauerraum.

Nicht, dass es für die Performerinnen einfacher wäre: Die Feldbetten werden in einer schnellen Musicalnummer zusammengeklappt und abgebaut, eine der Darstellerinnen wird aus einer Art Rucksack geboren, der von der Decke hängt, dann wieder laufen drei von ihnen Rollschuh, eine singt dabei, die anderen ziehen sich im Rollen um.

Vergebliche Bemühungen

Die These, die hinter all den akrobatischen Übungen steckt, befindet sich im Titel der Inszenierung: „Heimat ist ein Verb“, kein Ort also, sondern ein bewegliches, verwendbares Konzept. Die vier Performerinnen (Elke Cybulski, Danielle Ana Füglistaller, Natalie Aurora Speer und Sabine Trötschel) versuchen, auf der Suche nach ihrer eigenen Heimat dieses Konzept, diese Idee, näher zu umreißen.

Leider schaffen sie es nicht, mit all ihren Bemühungen tatsächlich in die Tiefe zu gelangen, sich die Frage zu beantworten, was denn nun eigentlich Heimat ist - außer einer Ansammlung von Nostalgiefetzen, die für Außenstehende meist unverständlich sind. So werden die unterschiedlichen Heimatbegriffe der Performerinnen für das Publikum eher zu einer Antiklimax: In Videosequenzen (Inszenierung und Videodesign: Jürgen Salzmann) besuchen die Darstellerinnen Orte, die sie irgendwie lose mit Heimat assoziieren.

Eine läuft durch einen winterlichen Wald und erzählt, sie fühle sich dort heimisch, wo es grün sei. Die nächste besucht die längst eingeebneten Gräber ihrer Eltern. Eine dritte führt im Film in den Sichtbeton-Außenbereich eines Krankenhauses, ihr Kind, erfahren wir, sei dort, also im Krankenhaus, geboren worden. Dem Zuschauer bedeuten diese Orte alle nichts, die Faszination, die die Perfomerinnen offenbar empfinden, springt nicht über. So stößt „Heimat ist ein Verb“ niemals in wirklich persönliche Bereiche vor, verweilt niemals dort, wo es intim und vielleicht auch etwas schmerzhaft wird. Oder auch nur dort, wo „Heimat“ als Begriff beginnt schmierig zu werden, in seinen vielen Konnotationen schwer zu handhaben.

„Heimat ist ein Verb“ stößt nie dorthin vor, wo Erkenntnis lauern könnte. Sondern verläuft sich auf seiner Suche im Ungefähren. Und versucht, das mit eigenartigen Regieeinfällen wieder aufzufangen. Hin und wieder produzieren die zwar ganz schöne Bilder - die Geburt aus dem Rucksack etwa -, aber sie stehen eben auch auf keinem soliden Fundament, das das Herumalbern und den Spaß am Spiel erlauben würde.

Die nächsten Aufführungen: 23., 25. und 29. März.

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