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Kultur Peter Maffay begeistert 10.000 Besucher in der Tui-Arena
Nachrichten Kultur Peter Maffay begeistert 10.000 Besucher in der Tui-Arena
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23:46 21.02.2018
Hannover, 16.02.2018: MTV Unplugged Konzert von Peter Maffay in der TUI Arena, mit Johannes Oerding Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Die Tui-Arena ist voll bis zur letzten Reihe oben unterm Dach. Das Konzert sollte schon begonnen haben, da ist vorn am Eingang immer noch Stau. Alle sind wegen ihm da: dem Peter. Man sagt „Du“ und „Peter“. Man sagt nicht „Herr Maffay“.

Peter Maffay ist wieder auf Tour, das neue Album, MTV-Unplugged-Format, ist im November erschienen und gleich wieder ein Nummer-eins-Album. Das kennt der Peter schon, es ist seine 18. Platte, die ganz oben landet. Damit reist er jetzt durch 23 Städte, Konzert Nummer 3: Hannover. 

Und er begrüßt die Stadt auf eigene Weise, mit einem Zeichentrickvideo, in dem der Peter mit Tourbus und Motorrad aufbricht und am Ortsschild von – richtig: Hannover landet. Das ist besonders schön, weil sie ihn hier 1982 verlacht und ausgebuht und mit Eiern beworfen haben. So kann man sich irren.

Erster Szenenapplaus für das Video, und schon bei Lied Nummer zwei, „Gelobtes Land“, stehen die ersten, und es dauert auch nicht sehr viel länger, bis die Handyleuchten angehen.

Der Peter ist der Mann, der viele aus der etwas älteren Generation, die da vorwiegend im Saal sitzt (Jüngere sind mit ihre Eltern gekommen, nicht andersherum), durchs Leben begleitet haben. Selbst die, die ihn nicht so mögen, kennen seine Lieder, vom „Duhuhuuuu“ bis zu den „Sieben Brücken“, kennen den Weg des kleinen Jungen aus Kronstadt in Siebenbürgen in die Schnulzenwelt der westdeutschen Hitparade, kennen die Durchsetzungsschwierigkeiten des gerollten „R“, aber der Peter ist seinen Weg gegangen, durch den Schlager und dann weiter in die härteren und lauteren Bereiche der Rockmusik. 

Er hat die Bezüge zu den zuckerigen Anteilen der Musik trotzdem nicht verloren („Wenn du gehst, geht nur ein Teil von dir ...“). Aber ist das nicht gut? Mögen wir ihn nicht genau deswegen? Weil er irgendwie auch ist wie wir: kein Gardemaß, Falten ohne Ende, schiefes Lächeln, und so ein bisschen Kitsch lieben wir doch auch.

Volles Haus in der Tui Arena. Quelle: Michael Wallmüller

Das Konzert ist ein Ritt durch die Jahre, der Peter hat ja auch was vorzuweisen mit seinen 68 Lenzen inzwischen. Alles Wichtige steht auf der Setlist, „Halleluja“ und „Sonne in der Nacht“ und „Freiheit, die ich meine“. Und natürlich spielt der Peter „Und es war Sommer“, den vertonten feuchten Traum aller 16-jährigen Jungen. Mag die Hochkulturwelt lachen, die hat auch feuchte Träume, sie sublimiert sie nur.

Die Band - 19 Musiker (ohne Peter) sind dabei - ist hochprofessionell und wirkt auch nach erst zwei Konzerten schon wunderbar eingespielt, und für Abwechslung im Set sorgen die Gäste: Die Sängerin Jennifer Weist, eine Augenweide für Tattoo-Fans (und singen kann sie auch), kommt zum ersten Mal bei „Der Mensch, auf den du wartest“ auf die Bühne, Johannes Oerding tritt in den letzten Strophen von „Eiszeit“ auf, Ilse de Lange von den „Common Linnets“ ist da, und bei „Samstag Abend“ gibt es dann plötzlich noch eine Überraschung am Mikro: Laith Al-Deen.

Dann kommt der Andachtsmoment: Die ersten Akkorde des Songs „Sieben Brücken“ (der so sehr mit dem Peter identifiziert wird, dass viele ihn für sein Werk halten, dabei ist er von Karat) erklingen. Und den Auftakt beim Gesang überlässt der Peter dann auch noch dem Kollegen Oerding. Großzügig ist er also auch (was wir ja wussten, bei all dem Engagement für benachteiligte Kinder und Umwelt und gegen Rechte). 

In dem Moment, in dem der Johannes, den wir ab jetzt auch duzen, mit dem Peter im Duett sind, liegt Gänsehaut über der ganzen Arena. Das Publikum singt mit - und dann sagt der Peter: „Könnt ihr das noch mal machen?“ 

Machen wir. 10.000 selige Menschen. Und alle singen. So ist das, wenn das ganze eigene Leben in 20 Songs steckt.

Von Bert Strebe

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