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Philipp Dittberner beendet Tour im Capitol

Kompromisspop Philipp Dittberner beendet Tour im Capitol

Philipp Dittberner hat seine Tour zum Debütalbum "2.33" am Freitagabend im Capitol beendet. Seit seinem letzten Besuch in Hannover hat sich das Publikum verdreifacht. Er erhebt Resignation und Anspruchslosigkeit zum Lifestyle. Und findet dafür dankbare Abnehmer.

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Philipp Dittberner im Captiol.

Quelle: Samantha Franson

Hannover . Philipp Dittberner geht auf Nummer sicher. Mit dem leichtfüssig klingenden "Wolke 4" landete er im vergangenen Jahr einen Sommerhit und erreichte Platinstatus - offenbar inspiriert vom Sound der Kasseler Kollegen Milky Chance, die kurz zuvor die Charts eroberten. Sein im September veröffentlichtes Debütalbum "2.33" hat er nach internationalen Rezepten des Independent Pop zusammengerührt. Und kann sich auf diese Weise musikalisch durchaus mit Songs messen, die regelmäßig in dramatischen Finalszenen einschlägiger Krankenhausserien zum Einsatz kommen. Mit seiner kompetenten Band präsentiert er dieses Material im Capitol auf hohem Niveau. Es ist das Abschlusskonzert seiner Tour und er ist sichtlich stolz darauf, dass sich das Publikum seit seinem letzten Auftritt in Hannover verdreifacht hat. Bemerkenswert ist dabei, welches Lebensgefühl seine Texte so erfolgreich macht.

Philipp Dittberner hat das Publikum im Capitol begeistert.

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Zu "Wolke 4" wird im Capitol geklatsch, gejohlt und getanzt, als wäre es die ultimative Manifestation von Lebenslust und guter Laune. Dabei erzählt es die Geschichte eines in der Liebe Gescheiterten, der vorsichtshalber gar nicht mehr von Wolke 7 träumt, sondern sich lieber mit Geringerem zufrieden gibt. Quasi eine Vertonung des Sprichwortes um den Spatz in der Hand und die Taube auf dem Dach. Liebespaare küssen sich selig während der Kompromisshymne für ein Leben mit angezogener Handbremse. Hören die Fans Dittberner eigentlich zu? Tatsächlich ist der Lärmpegel im Publikum erstaunlich hoch. Das scheint nur konsequent bei Songs, in denen es fast ausschließlich um die Verweigerung von Tiefe und Leidenschaft geht, sondern darum, sich in einem kaum perfekten Leben mit Enttäuschungen einzurichten. Dittberner erhebt Resignation und Anspruchslosigkeit zum Lifestyle. Und findet dafür dankbare Abnehmer. Mit Sicherheit.

Von Thomas Kaestle

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