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„Planet der Affen: Prevolution“ zeigt die Machtübernahme der Schimpansen

Filmkritik „Planet der Affen: Prevolution“ zeigt die Machtübernahme der Schimpansen

Endlich erfahren wir, wie die Schimpansen die Macht auf der Erde übernahmen: Der Science-Fiction-Film „Planet der Affen: Prevolution“ startet am 11. August in den deutschen Kinos.

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Schau mir in die Augen: Affe Caesar und Mensch Will Rodman (James Franco).

Quelle: 20th Century Fox

Als Filmastronaut Charlton Heston auf dem „Planet der Affen“ (1968) die Freiheitstatue erblickte, war klar, dass irgendwann in der Menschheitsgeschichte etwas schiefgelaufen sein musste. Der Weltraumpionier befand sich nicht, wie vermutet, auf einem fremden Stern und Lichtjahre von der Erde entfernt, sondern wieder auf derselben. Dort herrschte ein Regime von Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen, und die letzten Menschenexemplare waren in Zoos und Versuchslabore weggesperrt.

Franklin J. Schaffners Verfilmung von Pierre Boulles gleichnamigem utopischen Roman war eine Satire auf die Negativ­bilanz der menschlichen Evolution: Die Krone der Schöpfung, die sich stets anmaßt, mit anderen Kreaturen nach Gutdünken umzuspringen, fand sich plötzlich auf der Verliererseite wieder. In dieser Idee steckte, gerade im Aufbruchsjahr 1968, politischer Zündstoff. Heute gilt Schaffners Affen-Film als Klassiker des Science-Fiction-Genres. Eine Frage aber blieb offen: Wann und wie hatte sich der Affe zum Herren aufgeschwungen?

Vier Fortsetzungen und auch Tim Burtons Remake von 2001 hatten keine Antwort parat. Nun liefert „Planet der Affen: Prevolution“ eine plausible Erklärung nach, sozusagen das Missing Link. Rupert Wyatts Science-Fiction-Thriller gehört eindeutig zu den klügeren Hollywood-Blockbustern dieses Sommers. Der britische Regisseur kennt sich aus mit Ausbrüchen und Revolten: Er wurde durch den Gefängnisthriller „The Es­capist“ (2008) bekannt.

Angesiedelt ist „Prevolution“ in unserer Gegenwart. Wissenschaftler Will Rodman (James Franco aus „127 Hours“) forscht im Dienste eines Genetikunternehmens an Primaten. Er sucht nach einem Medikament gegen Alzheimer und stößt dabei auf ein Virus, das die Krankheit nicht nur zu besiegen scheint, sondern darüber hinaus auch noch die Intelligenz erhöht. Sein Chef wittert bereits gigantischen Profit. Doch dann zeigt sich, dass das Mittel aggressiv macht. Und womöglich bringt es für den Menschen noch weit gefährlichere Nebenwirkungen mit sich.

Die Versuchsreihe wird kurz vor ihrer Marktfähigkeit gestoppt, die Labor-Schimpansen werden getötet. Nur Affenbaby Caesar bleibt am Leben. Rodman nimmt Caesar mit zu sich nach Hause, wo er zu einem prächtigen und überaus lernfähigen Hausgenossen heranwächst – und ein paar Jahre später zum Anführer der Affen im Kampf gegen die Menschen wird.

Am 11. August startet der Science-Fiction-Film „Planet der Affen: Prevolution“ in den deutschen Kinos.

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Die Vermenschlichung der Tiere wird dabei nie ins Kitschige getrieben. Sogar dann, wenn Caesar am Ende ein paar Worte in rauem Englisch (in der Originalfassung) an seinen menschlichen Affenvater richtet, wirkt das nicht lächerlich. Dazu sind die Primaten zu lebensecht geraten. In früheren Filmen, etwa bei Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“, steckten Menschen in Zottelkostümen. Heute hilft der Computer: Beim sogenannten Performance-Cap­ture-Verfahren werden Menschen in Spezialanzüge gesteckt und ihre Mimik und Gestik von Kameras abgetastet. Die Bewegungsabläufe lassen sich auf digitale Modelle übertragen.

In diesem Film verbirgt sich der Brite Andy Serkis in der Spezialkleidung. Er hat seine besonderen Fähigkeiten schon als Riesenaffe in Peter Jacksons „King Kong“ und als Gollum in „Herr der Ringe“ bewiesen. In Hollywood wird Serkis für seinen Auftritt für einen Darsteller-Oscar gehandelt, obwohl er selbst ja gar nicht zu erkennen ist.

Und wer immer schon mal einem Schimpansen auf ganzer Leinwandbreite ins traurige Auge blicken wollte: Hier ist die Gelegenheit. Der Zuschauer ertappt sich dabei, wie er die Befreiung der ausgebeuteten Primaten herbeisehnt. Damit wünscht er sich also seine eigene Abschaffung herbei und sympathisiert mit den Affen, wenn diese schließlich die Golden Gate Bridge entern.

Man mag daran zweifeln, dass eine Horde intelligent gewordener Affen die menschliche Spezies bezwingen kann. Doch liefert Regisseur Wyatt auch nur die Vorgeschichte – und lässt sich damit die Option auf Fortsetzungen offen, die wohl auch schon geplant werden. Die ­Story vom klugen Caesar und wie sich der Affe zum Herrscher über alle anderen macht (inklusive Charlton Heston), dürfte weitergehen. Hoffentlich gelingen die weiteren Filme so gut wie dieser.

Ab 11. August im Kino.

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