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Kultur Popolski bringt den Polka ins Aegi
Nachrichten Kultur Popolski bringt den Polka ins Aegi
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02:15 06.04.2017
Pawel Popolski. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Nach dem ersten Wodka wird die Stimmung besser. Auf Tabletts wird das Getränk in den Zuschauerraum des Theater am Aegi getragen. Pawel Popolski gibt kurz Anweisungen aus, wie es richtig zu trinken sei - wichtig vor allem: das Glas nach dem Trinken über die Schulter zu werfen - zählt ein, und dann fliegen hunderte der kleinen Plastikgläser über die Sitzreihen.

Für „Der Popolksi Wohnzimmershow“ ist der Musiker Achim Hagemann wieder ein die Rolle des Pawel Popolksi geschlüpft, Bandleader der polnischen Gruppe „The Pops“, die das Erbe ihres Großvaters Pjotrek verwalten. Der ist Urheber von 128 000 bekannten Popsongs - die ihm aber alle gestohlen und von anderen Musikern zu großen Hits gemacht wurden.

„Der Popolski Wohnzimmer Show“ ist dabei eine kleine Variante von „Der Popolski Show“, in der Hagemann zusammen mit Band auftrat. In der Wohnzimmershow ist zunächst nur Pawel anwesend, erklärt an seinem Kofferschlagzeug, wie ein Polka-Beat funktioniert, warum fis der fieseste aller Töne ist, liest aus Achim Hagemanns Buch über die Familie, korrigiert es hier und da, kippt einen Wodka nach dem anderen und ermuntert das Publikum, sich „ordentlich einen anzulöten“.

In der zweiten Hälfte kommt noch Dorota Popolski - die kroatische Sängerin Iva Buric Zalac - dazu, es gibt mehr Songs, wobei der größte Teil der Musik vom Band kommt. Live aus dem Plattenbauheim der Familie im polnischen Zabrze wird noch der Bruder Janusz am Bass zugeschaltet.

Im Gegensatz zu den großen Bandauftritten von „Der Popolski Show“ - der letzte fand 2014 statt - ist „Der Popolski Wohnzimmershow“ eher ruhig. Weite Teile der Show sind Stand-Up Comedy, Hagemann spielt hin und wieder einen Song an, erklärt, erzählt und liest. Trotzdem schimmert hin und wieder die Brillanz von „Der Popolksi Show“ durch. „Der Popolksi Wohnzimmershow“ ist zwar hauptsächlich Comedy, und zwar solche, die sich für Übertreibungen und Klischees nicht zu schade ist - dabei aber nie nach unten tritt oder billig wird, sondern aus den Klischees immer noch eine überraschende Brechung oder ungewöhnliche Idee herausholt.

Aber vor allem musikalisch macht es Spaß, Hagemann zu erleben, wenn er Lieder und Beats zerlegt und als Polka wieder zusammensetzt. „Der Popolksi Wohnzimmer Show“ erreicht zwar nie das Niveau von „Der Popolski Show“ - kann sich allerdings als kleiner Ableger davon durchaus sehen lassen.

Comedy im Theater am Aegi: Vollplaybacktheater: „Die drei ??? und der grüne Geist“ am 10. April um 20 Uhr, Kurt Krömer am 21. April um 20 Uhr.

Jan Fischer

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