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Prähistorische Pfahlbauten zum Weltkulturerbe erklärt

Antrag zugestimmt Prähistorische Pfahlbauten zum Weltkulturerbe erklärt

Prähistorische Pfahlbauten in Baden-Württemberg und Bayern genießen künftig als Weltkulturerbe besonderen Schutz. Das Welterbekomitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur stimmte am Montag einem Gemeinschaftsantrag mehrerer europäischer Länder zu.

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Überreste einer Pfahlbausiedlung im Bodensee.

Quelle: dpa

Paris. Sie hatten insgesamt 111 Pfahlbauten und Relikte prähistorischer Siedlungen für die Weltkulturerbeliste nominiert, darunter 18 aus Deutschland. Die Fundstellen sind nun die ersten archäologischen Unterwasser-Denkmäler mit dem begehrten Welterbe-Titel.

Die Pfahlbaureste stammen nach Angaben von Archäologen aus der Zeit von 4300 bis 800 vor Christus und haben unter Wasser oder in feuchten Böden bis heute überdauert. Von dem Titel versprechen sich Expertem unter anderem eine bessere Erforschung. Nur ein sehr kleiner Teil der Pfahlbausiedlungen ist bisher wissenschaftlich untersucht worden. Eingriffe des Menschen wie die Uferverbauung oder der Klimawandel beispielsweise am Bodensee führten hingegen dazu, dass Pfahlbau-Reste freigespült und damit zerstört würden.

Insgesamt bekamen 111 Fundstätten mit Siedlungsspuren aus der Stein- und Bronzezeit in sechs Alpenländern den begehrten Welterbe-Titel. Darunter sind in Baden-Württemberg Fundstellen am Bodensee und in oberschwäbischen Feuchtgebieten. Bayern war mit der Roseninsel im Starnberger See sowie jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlungen im Landkreis Landsberg am Lech beteiligt.

Die Siedlungsspuren aus der Stein- und Bronzezeit befinden sich nach Angaben der deutschen Unesco-Vertretung in Paris in Seen und Mooren. Anders als in normalen Trockenbodenfundstellen sind dort organische Materialien wie Holz, Textilien, Pflanzen und sogar Essensreste erhalten. In der Siedlung Hornstaad-Hörnle - an der Spitze der in den Bodensee ragenden Halbinsel Höri gelegen - ist der älteste Hausgrundriss aus dem Jahr 3915 vor Christus nachweisbar.

Eine dort gefundene Scheibe aus Kupfer soll zu den frühesten Metallfunden in Mitteleuropa zählen. Perlen aus Kalkstein und zugehörige „Spezialbohrer“ ließen eine spezialisierte Perlenindustrie erkennen, berichtete die Unesco-Vertretung. Aus Bodman-Ludwigshafen stammten Teile eines Kulthauses (um 3860 v. Chr.) mit plastisch geformten und bemalten Brüsten, die ursprünglich an einer Hauswand angebracht waren.

Die übrigen Areale liegen in Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich und Slowenien. Die Schweiz hatte die Federführung der Initiative übernommen.

dpa

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