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Prince-Anwesen ist ein Museum geworden

Paisley Park Prince-Anwesen ist ein Museum geworden

Vor einem Jahr starb Prince: Sein Anwesen Paisley Park bei Minneapolis ist ein Museum geworden. Paisley Park ist seit Oktober Museum, betrieben von derselben Firma, die auch Elvis’ Graceland in Memphis verwaltet. Für rund 40 Dollar (etwa 38 Euro) können Besucher seitdem eine geführte Tour durch Paisley Park buchen.

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Symbolfoto

Quelle: dpa

Minneapolis. Was von Prince noch übrig ist, wird doppelt von den weißen Mauern des Paisley Parks geschützt. Ein Miniaturmodell des Anwesens steht in einem Kasten aus mattem Glas hoch an der Wand über dem Atrium des Gebäudes. Darin wird Prince’ Asche aufbewahrt. Durch die Oberlichter schimmert die trübe Sonne Minnesotas, der plüschige Teppich ist mit Sonnen, Monden und Sternen verziert.

Auf der Galerie im ersten Stock sitzen weiße Tauben in Volieren. „Prince hat in diesem Raum viel Zeit verbracht und sich hier sehr wohlgefühlt“, sagt Mitch, der eine Gruppe Besucher durch das Anwesen führt. „Also fühlte seine Familie, dass dies ein guter Platz für seine Urne wäre.“ Mitch deutet auf zwei Beistelltischchen mit Taschentuchschachteln. „Für viele Menschen ist dies ein sehr emotionaler Moment der Tour.“

Der Schrein im Plattenladen

Paisley Park war Prince’ Zufluchtsstätte, sein Spiel-, Wohn- und Arbeitsplatz. Von außen wirkt der 1987 fertiggestellte Komplex in Chanhassen, am Rand der Metropole Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota, wie ein unscheinbarer Zweckbau. Aber hinter den Mauern versammelte Prince auf rund 6000 Quadratmetern alle seine Habseligkeiten, seine Auszeichnungen, Kostüme und Instrumente, und baute sich ein Musikparadies mit Aufnahmestudios, Bühnen und Videoproduktionsräumen. Im Aufzug des Anwesens wurde Prince heute vor einem Jahr leblos gefunden und kurz darauf für tot erklärt. Eine Überdosis Schmerzmittel, hieß es, die genauen Umstände sind immer noch nicht geklärt.

Prince wurde 57 Jahre alt. „Es war ein bittersüßes Jahr, es war eine große Herausforderung, aber wir hatten auch Spaß. Es war eine Achterbahn der Gefühle“, sagt Aaron Meyerring, der rund 20 Autominuten von Paisley Park entfernt im Büro seines Plattenladens Electric Fetus sitzt. Fünf Tage vor seinem Tod kam Prince in den Laden. Prince kaufte sechs CDs, unter anderem von Stevie Wonder und Santana, und bedankte sich via Twitter. Der Tweet prangt heute auf T-Shirts und Tassen, die Electric Fetus als Souvenirs verkauft. Die Prince-Ecke in dem Plattenladen ist inzwischen zu einer Art Schrein geworden. Hier gibt es die Alben mit Hits wie „Kiss“, „Purple Rain“ oder „1999“.

Paisley Park ist seit Oktober Museum, betrieben von derselben Firma, die auch Elvis’ Graceland in Memphis verwaltet. Für rund 40 Dollar (etwa 38 Euro) können Besucher seitdem eine geführte Tour durch Paisley Park buchen. Die Wohnräume von Prince sind nicht Teil der Tour, aber hin und wieder schimmert doch ein Funken Privates dieses verschwiegenen und mysteriösen Musikers durch: Ein gerahmtes Foto seines Vaters, eine Tischtennisplatte im Aufnahmestudio, eine parfümierte Kerze auf dem Videoschnitttisch, Marke „Meeresbrise“.

„Er war ein sehr ruhiger Typ, wir haben nie miteinander gesprochen. Wir haben über unsere Gehirne kommuniziert“, sagt Julius, der jahrelang für die Sicherheit von Prince zuständig war und heute das Museum bewacht. „Aber er hat hier alles kontrolliert. Wenn er eine Party gab, hat er uns das Signal gegeben, nach dem die Besucher aus ihren Autos steigen durften.“ Niemand habe Prince wirklich gekannt. „Er war für alle ein Mysterium.“

Alle guten Dinge sind endlich

Weltweit wird Prince seit seinem überraschenden Tod vermisst, aber wohl nirgends so sehr wie in seiner Heimat Minneapolis. „Niemand wird seinen Platz hier je einnehmen können“, sagt Plattenladen-Betreiber Meyerring. „Er ist eine lokale Legende. Dies wird immer seine Heimat sein, das wird uns immer bleiben.“ Besonders ein Song des Musikers werde Prince für immer mit seiner Heimat verbinden: „Sometimes It Snows in April“ (Manchmal schneit es im April), im nördlichen Bundesstaat Minnesota keine Seltenheit.

„Als er damals im April gestorben ist, da war es dieser Song, der besonders auf die Tränendrüse gedrückt hat.“
„Manchmal schneit es im April“, singt Prince in der 1986 veröffentlichten Ballade. „Manchmal fühle ich mich so schlecht. Manchmal wünsche ich mir, dass das Leben nie aufhört. Aber sie sagen, dass alle guten Dinge endlich sind.“     

Gericht stoppt Veröffentlichungen neuer Prince-Songs

Die geplante Veröffentlichung von bisher unveröffentlichten Songs des verstorbenen Popstars Prince ist gerichtlich gestoppt worden. Wie das US-Promiportal „TMZ.com“ unter Berufung auf Gerichtsdokumente) berichtete, erließ ein US-Bundesrichter auf Antrag des Nachlassverwalters eine einstweilige Verfügung, wonach das Kurzalbum mit dem Titel „Deliverance“ nicht wie geplant am Freitag auf den Markt gebracht werden darf.

Der Produzent George Ian Boxill wollte am ersten Todestag des Künstlers sechs neue Songs veröffentlichen. Das Gericht allerdings stellte fest, Boxill habe nicht das Recht dazu. Das Album sollte neben dem Titeltrack „Deliverance“ noch ein vierteiliges Medley und eine Langversion des Songs „I Am“ enthalten.

Es ist schon von mehreren Millionen Fans vorbestellt worden. Die betreffende Internetseite ist aus dem Angebot von iTunes verschwunden.     

von Christina Horsten

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