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Bibliothek zeigt Pflanzenvielfalt des Berggartens

Königliche Gartenbibliothek Herrenhausen Bibliothek zeigt Pflanzenvielfalt des Berggartens

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek hat am Donnerstag den neuen Band „Königliche Gartenbibliothek Herrenhausen“ aus der Reihe „Schatzkammer“  vorgestellt. Das Buch gibt mit zahlreichen hochwertigen Illustrationen Auskunft über die Pflanzenvielfalt des Berggartens.

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Noch heute hat der Berggarten eine große Pflanzenvielfalt zu bieten.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Ob als Siebdruck, auf Kissen oder als Designelement im Wohnzimmer: Die Ananas ist heute ein beliebtes Motiv in trendigen Hipsterwohnungen. Im 17. Jahrhundert kostete die Frucht so viel wie ein Rennpferd, sie war Luxus und Statussymbol. Und sie wurde in den Königlichen Gärten Herrenhausen angebaut, ja, die Gärten waren sogar berühmt für ihre Kultivierung dieser exotischen Frucht. Wie langwierig eine solche Arbeit mit diesen und anderen Pflanzen war, lässt sich nun in dem eindrucksvollen neuen Band nachlesen.

Unter den fähigen Händen der Hofgärtnerfamilie Wendland entfaltete sich im Berggarten von zahlreichen Apfelsorten bis zur japanischen Kamille eine breite Pflanzenpracht. Für die Arbeit in dieser trug Johann Christoph Wendland Mitte des 18. Jahrhunderts eine Privatbibliothek zusammen und ergänzte durch eigene Beobachtungen. Mehr als 2000 Bände umfasst diese Sammlung über Garten- und Obstbau, Gartenkunst und Botanik. Zudem hatte Wendland selbst 394 aquarellierte Zeichnungen von den ausländischen Gewächshauspflanzen des Berggartens angefertigt.

Jene einzigartige Bibliothek war, nachdem sie in den Besitz der Welfen übergegangen war, seit 1936 verschollen. Erst 2005 tauchte sie unvermittelt wieder auf: als Ankündigung des Auktionshauses Reiss & Sohn in Königstein am Taunus, die sie zur Versteigerung anbot. Nach langwierigen Verhandlungen des niedersächsischen Ministeriums mit dem Land Hessen wurde die Sammlung als schützenswertes nationales Kulturgut eingetragen, womit der Verkauf ins Ausland unmöglich wurde. Die Länder Niedersachsen und Hessen erwarben die Bibliothek schließlich für 3,3 Millionen Euro.

Seitdem arbeiten zahlreiche Wissenschaftler an der Aufarbeitung der Inhalte. Minutiös geführte Pflanzenverzeichnisse und Handschriften sind für die Dokumentation des Gartens, aber auch für die Historie und Kultivierung einzelner Pflanzen, für Gartenkunst und Botanik jener Zeit heute wichtige Zeugnisse.

Der nun erschienene leinengebundene Prachtband in Feindruck, dessen Publikation durch die Stiftung Niedersachsen gefördert wurde, gibt Auskunft über den Stand der Forschungsarbeit und richtet sich mit recht wissenschaftlich gehaltenen Beiträgen eher an ein Fachpublikum. In fünf Großkapiteln widmet er sich der Historie der Bibliothek (Heike Palm), der Obstbaukunde (Matthias Wehry), den Biografien der Gärtner aus dem Hause Wendland (Hubert Rettich) sowie deren Nachlass (Lidia Ludwig). Zudem bespricht er Objekte wie Zeichnungen, Gouachen oder Farblithografien auf ihren künstlerischen wie botanischen Gehalt hin. Es sind vor allem diese ästhetisch hochwertigen Illustrationen, die den Band zu einem Schmuckstück in den Regalen eines Gärtners, Hobbybotanikers oder Historikers werden lassen.

„Königliche Gartenbibliothek Herrenhausen. Eine kostbare Sammlung, ihre Geschichte und ihre Objekte“, herausgegeben von der Leibniz Bibliothek, 333 Seiten, 49,90 Euro.

Katharina Derlin

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