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5000 Fans feiern NOFX

Punkrock auf der Faust-Wiese 5000 Fans feiern NOFX

NOFX sind echte Punkrock-Ikonen. Kein Wunder, dass das Konzert in Hannover nach kurzer Zeit ausverkauft war. Am Freitag brachten die Kalifornier bei ihrer Open-Air-Show den Pogo auf die Faust-Wiese.

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Volle Pulle auf voller Wiese: Die Punkrocker von NOFX spielten am Freitag in Linden.

Quelle: Franson

Hannover. Die Faust-Wiese ist Punkrockwiese. Gegen diese Umbenennung hatten die 5000 Zuschauer beim lange ausverkauften kleinen Festival sicher keine Einwände. Hatten sich doch mit Pennywise, Good Riddance und NOFX gleich drei Größen des US-Punk in Linden versammelt.

Die kalifornische Punkrock-Bands NOFX, Pennywise und Good Riddance sorgten für eine ausverkaufte Faust-Wiese. 

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Pennywise und Good Riddance spielten bei wechselhaftem Wetter die Einheizer für die Zuschauer, von denen die meisten aber für NOFX gekommen waren. „Wer von euch ist über 30?“, fragt NOFX-Frontmann Michael „Fat Mike“ Burkett zu Beginn. Viele Hände recken sich zum wolkenverhangenen Himmel. Für viele Besucher ist es eine Art Klassentreffen. Manche haben diese Band seit 20 Jahren nicht mehr gehört, erzählen sich jetzt Geschichten, wie sie die Band beim Lernen für das Abi, bei den ersten Fahrten mit dem eigenen Auto oder bei Partys im Dorfgemeinschaftshaus begleitete. Einige wundern sich, dass es die Band überhaupt noch gibt.

Und das ist ja wirklich nicht selbstverständlich. Burkett und Kollegen gründeten NOFX schon 1983. Spätestens mit dem 1994er Album „Punk in Drublic“ feierten sie zusammen mit Green Day und The Offspring ein großes Revival des Punk. Während die Kollegen bald in kommerziell erfolgreichere Bereiche vordrangen, sollte es bei NOFX immer roh, hart und ein bisschen faulig bleiben.

Burkett steht am Bühnenrand, blickt auf die 5000 Fans und die paar Dutzend, die es sich außerhalb des eingezäunten Geländes gemütlich gemacht haben. Ein paar Beleidigungen, hier ein Fuck, dort ein Fuck, alles wirkt auch heute noch immer ein wenig improvisiert. Punk’s not dead, das ist die Botschaft. Konventionen und Bürgerlichkeit, die können ihn mal gerne haben, sagt Burkett. Zur Illustration drückt er Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand an den rechten Nasenflügel und lässt den Naseninhalt auf die Bühne klatschen.

Die 33 Jahre Punkrockleben haben einige Spuren auf und neben der Bühne hinterlassen, auch im Gesicht des Frontmannes, der im Januar 50 Jahre alt wird. Wer tiefer einsteigen möchte und vor manch Unsauberkeit keine Scheu hat, findet in der kürzlich erschienenen Band-Biografie „The Hepatitis Bathtub and Other Stories“ eine ganze Badewanne voller Punkgeschichten.

Das Bühnenbild von NOFX ist spärlich. Keine moderne Drucktechnik, kein Leuchten. Über dem Schlagzeuger hängt ein wie mit dem Filzstift geschmiertes Logo mit den vier Buchstaben. Dazu dann die alten Hits. Der Opener „Kill All The White Man“, der sich vom groovenden Reggae bis zum Uptempo-Melodic-Punk-Nummer hocharbeitet. Oder der Fan-Liebling „How Did The Cat Get So Fat“. Um kurz vor zehn dann ist das kleine Punkrockfestival auf der Faust-Wiese zu Ende. Die Lust am Open Air war den Fans, die Freiluftorte wie das Musiktheater Bad vermissen, anzumerken.

„Das ist das erste Mal, dass ich in Hannover bin und mich daran erinnern kann“, sagt Fat Mike. Der Satz muss keine Lüge sein, vielleicht hat er die Auftritte in Hannover, zuletzt 2003 im Capitol, ja wirklich vergessen.

Von Gerd Schild

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