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Der Komiker mit dem Niedlichkeitsbonus

Ralf Schmitz im Theater am Aegi Der Komiker mit dem Niedlichkeitsbonus

Im ausverkauften Theater am Aegi zeigt Comedian Ralf Schmitz sein Programm "Aus dem Häuschen" – und schlägt ein wenig über die Strenge. Das verzeiht ihm das Publikum aber, der kleine Mann genießt eben einen Niedlichkeitsbonus.

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Bei Witzen über seine Größe wird Ralf Schmitz kleinlich.

Quelle: Sarah Franke

Hannover. Bei Witzen über seine Größe wird Ralf Schmitz kurz kleinlich. "Du kannst bei uns die Decke streichen - ist auch kein Altbau", sagt Zuschauer Jürgen zu dem nur 1,68 Zentimeter großem Komiker. "Arschloch", erwidert Schmitz spontan, entschuldigt sich aber sofort darauf lachend - schließlich kam die Steilvorlage von ihm. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit thematisiert der Komiker seine kurze Körpergröße. Davon gibt es einige: Schmitz quasselt, kichert und gestikuliert rasend schnell. Im ausverkauften Theater am Aegi zeigt das kompakte Energiebündel sein aktuelles und fünftes Bühnenprogramm "Aus dem Häuschen".

Nach 13 Jahren Comedy-Karriere sind Witze über Schmitz Körpergröße aber ausgelutscht. Bekannt geworden ist der 41-Jährige im Jahr 2003 durch seine Rolle in der Sketch-Show "Die dreisten Drei". Auch bei der Improvisation-Comedy-Show "Schillerstraße" war Schmitz festes Ensemble-Mitglied. Vielleicht stammt aus dieser Zeit seine Leidenschaft für spontane Szenen.

Denn auch wenn sich auf der Bühne angebliche Originalrequisiten wie Umzugskartons stapeln und eine Leiter steht, die ganz schön unbefleckt dafür ist, dass Schmitz auf ihr sein neues Zuhause gestrichen haben will: Bei einem Großteil des Abends geht es gar nicht um Interieur, sondern um Improvisation.

Spontan eine Szene spielen, damit hat Schmitz kein Problem - gibt aber den Klassenclown. Hibbelig, albern, ein wenig anstrengend und bisweilen aufdringlich. Eine Szene spielt er mit einer jungen Frau aus dem Publikum in drei verschiedenen Gefühlslagen. Die Zuschauer sollen ihm Gefühle zurufen. "Erotisch, aggressiv und betrunken - eine Stadt stellt sich vor", kommentiert Schmitz die Begriffe, die er sich aus den Rufen ausgesucht hat.

Leider verwechselt der Comedian erotisch mit eklig. Übertreibungen gehören sicherlich zur Rolle. Ob es aber wirklich witzig ist, wenn Schmitz seiner Auserwählten ständig an die Hüfte und einmal an den Po fasst - fraglich. Und auch drei verschiedene Gefühle bewahren die Improvisation nicht davor, langatmig zu sein. Die Fans aber feiern ihren Star am Ende sogar mit Standing Ovations. Der quirlige Komiker profitiert nicht nur von einem kleinen Niedlichkeitsbonus - seine Energie wirkt mitreißend.

Von Sarah Franke

Nächster Schmitz-Abend

Am Sonnabend und Sonntag, 29. und 30. Oktober 2016, tritt Schmitz mit einem neuen Programm im Theater am Aegi, Aegidientorplatz 2, auf. Beginn ist am Sonnabend um 20 Uhr und am Sonntag um 19 Uhr. Tickets gibt es unter tickets.haz.de oder in allen HAZ-Ticketshops für 36,30 Euro zuzüglich Gebühren. 

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