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Kultur Ein Panda und sein Orchester
Nachrichten Kultur Ein Panda und sein Orchester
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00:15 24.08.2016
Poprapper Cro auf der Gilde-Parkbühne in Hannover. Quelle: Wilde
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Hannover

Dass Cro im Olymp der deutschen Popwelt angekommen ist, zeigt sich spätestens nach einer Stunde. Dann betreten die Prinzen die Gilde-Parkbühne. Ja, die berühmte A-capella-Band gibt sich für ein Ständchen die Ehre. Gemeinsam mit Cro stimmen die vier Sänger am Sonntagabend ihren Hit "Millionär" an. Die Überraschung ist gelungen. Spätestens jetzt merken auch die Eltern, die ihre Kids zum ausverkauften Konzert begleiten, dass der Kerl mit der Pandamaske tatsächlich eine Nummer ist. Auch außerhalb der Kinderzimmer.

Zu Beginn des Abends sind die meisten der rund 5000 Fans aber erst einmal damit beschäftigt, Fotos zu machen. Für Instagram und Snapchat schießen sie Selfies von sich und ihren Freunden in der Menge. Und natürlich von ihrem Idol. Über die sozialen Netzwerke muss das Ereignis mit dem Rest der Welt geteilt werden. Wenn Poprapper Cro in der Stadt ist, kommen vor allem Teens und Twens in Scharen - Kreischalarm inklusive.

Nicht nur der Gastauftritt der Prinzen zeigt, dass die Show mehr ist als das solide Konzert eines Popstars, der den Mädchen den Kopf verdreht. Cro ist auf Mtv-Unplugged-Tour. Mitgebracht hat er neben einem DJ, der normalen Bandbesetzung und Backgroundsängern gleich ein ganzes Orchester. Auf einer opulenten dreistöckigen Bühne mit LED-Leinwand im Hintergrund sitzen Streicher, Bläser und zwei Schlagzeuger. Fast 20 Musiker sorgen für den Sound, zu dem Cro in seinen Hits übers Verliebtsein, die Träume eines jungen Menschen und seinen Erfolg rappt. Gute Musik, gute Texte, gute Laune. Alles jugendfrei und auch für die Begleitpersonen auszuhalten.

Seit der 26-Jährige 2012 in den deutschen Radiostationen aufgeploppt ist, können Jugendliche wieder Hip-Hop hören, ohne dass Mama und Papa wegen der Texte rote Ohren bekommen. Cro, der in Stuttgart lebt, kommt aus einer bürgerlichen Familie, hat den Realschulabschluss und eine Ausbildung gemacht. Über das schwierige Leben in einem Berliner Problemviertel kann er nicht rappen, er ist der Gegenentwurf zu Haftbefehl, Bushido oder Kollegah, den bösen Jungs der Szene. Stattdessen nennt sich Cro selbst den Typen, "der immer noch zu Hause wohnt". Das scheint aber gut zu funktionieren: Echo und Bambi stehen zu Hause in der Vitrine, die Alben erreichen Platinstatus und stürmen die Charts.

Der schlacksige Maskenträger zeigt mit seinem Auftritt, dass er sich in den vergangenen Jahren durchaus auch noch weiterentwickelt hat. Wirkte die Tui-Arena, in der er 2014 spielte, noch etwas groß für ihn und seine kleine Band, legt Cro in diesem Sommer einen extrem professionellen Auftritt hin. Seine Raps und der funkige Jazzpop-Sound des Orchesters gehen an diesem Abend eine Symbiose ein bei Songs wie „Einmal um die Welt“, „Hey Girl“ oder "Whatever“. "Mtv Unplugged" ist das dritte Album des Stuttgarters, und schon eine Art "Best of". Mit 26 Jahren muss man das erst einmal machen.

Am Ende der Show fehlt eigentlich nur noch eins: "Easy", Cros ersten Hit, mit dem er zu ersten Mal die Charts stürmte. So jazzig hat man den Song noch nicht gehört. Auch die Eltern grooven wieder mit - und können vielleicht kurz ausblenden, dass da ein Panda vor einem Orchester steht.

Von Isabell Rollenhagen

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