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Kollegah hält sich zurück – beim Fan-Battle

Rapper im Capitol Kollegah hält sich zurück – beim Fan-Battle

Kollegah, der selbsternannte Alleinherrscher des Rap, stand am Mittwochabend als „Imperator“ auf der Bühne des Capitol. Dort stellte er sein neues Album "Imperator" vor – und gab sich ganz zahm, zumindest beim Fan-Battle.

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Selbsternannter Alleinherrscher des Rap: Kollegah im Capitol.

Quelle: Michael Wallmüller

Hannvoer. Sonnenbrille, Goldkette, Bomberjacke – Kollegah, der eigentlich Felix Blume heißt, kommt auf die Bühne: „Ich hab mein Leben lang gehustlet. Doch hab’ kein’n Bock, von nix and’rem zu reden als vom Struggle, der mich jeden Abend wachhält“, rappt er die ersten Zeilen seines Songs „Pharao“. Die Hände im Publikum gehen nach oben.

Einer der erfolgreichsten deutschen Rapper trat am Mittwochabend im Capitol auf. Kollegah, der eigentlich Felix Blume heißt, vereint den Gangster-Proleten und Jurastudenten, seine Kunstfigur und die persönliche Überzeugung.

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Früher trat er als Boss, dann als King auf, jetzt steht er als „Imperator“ auf der Bühne im Capitol, wo er sein gleichnamiges neues Album präsentiert. Es geht um Drogen, Frauen, Gewalt – aber auch um ihn als Kunstfigur. „Ich hab mein Pimp-Image auf die Spitze getrieben, Geschichten geschrieben, klar ist der Shit übertrieben“, gibt er in „Pharao“ zu. Dazu passt das Outfit, die Shisha, die auf der Bühne geraucht wird, die falschen Maschinenpistolen, die auf der Bühne geschwungen werden, und das Gerede über das Sorgenkind der Tour, das schon morgens bekifft in den Tourbus stolpert.

Die Fans des Meisters des Doubletime-Raps und der ausgeklügelten Wortspiele sind begeistert. Seine Kunstfigur – den Gangster-Proleten – beherrscht er perfekt – und das, obwohl sein wahres Ich dem Klischee eigentlich widerspricht. Denn der 32-Jährige, der sich vom pausbäckigen Babyface zum durchtrainierten Bartträger gewandelt hat, ist nicht nur Gangster-Rapper, sondern auch Jurastudent.

Einer der Gründe für seinen Erfolg: sein Ehrgeiz. „Keine Zeit, Kraft zu sparen, geschweige denn schlappzumachen. Ein gemachter Mann bedeutet, etwas gemacht zu haben“, rappt er in „Zeit“ , „Pure Entschlossenheit in den Adern meiner Blutlaufbahn“ in „Fokus“ – in beiden Liedern sagt er klar, wieso er da ist, wo er jetzt ist.

Trotzdem: Was er ernst meint und was ironisch gesehen werden kann, ist oft nicht klar – soll es wohl auch nicht sein. Bisher setzte Kollegah in seinen Texten voll auf das Gangster-Image. Auf „Imperator“ gewährt er den Fans nun Einblicke in sein wahres Leben.

Gewaltausbrüche bleiben in Hannover aus – auch bei dem Fan-Battle, bei dem es kürzlich in Leipzig zu einem echten Schlagabtausch kam. PR-Stunt oder echter Ausraster? Das bleibt ein Geheimnis. Auch in Hannover durften zwei Fans ihre Battle-Rap-Qualitäten auf der Bühne beweisen. „In Leipzig ging das ja ein bisschen ins Auge“, kommentiert Kollegah den Vorfall. „Ihr seid schüchtern, wer will? Ich greif euch auch nicht an“, sagt er, ehe er Dustin und Hussein auf die Bühne holt. Ein paar Minuten Ruhm für die beiden, dann steht der Boss wieder am Mikrofon.

Nach anderthalb Stunden ist dann Schluss – noch ein paar Schnappschüsse mit den Fans in der ersten Reihe. Manchmal legt Kollegah sein Gangster-Image doch ab, und dann steht Felix Blume auf der Bühne.     

Von Lisa Malecha

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