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Regisseur Kraume bekommt Publikumspreis

Filmfestival in Locarno Regisseur Kraume bekommt Publikumspreis

Das Festivalpublikum in Locarno hat wie erwartet den deutschen Spielfilm "Der Staat gegen Fritz Bauer" zum Sieger gekürt. Die Jury des Hauptwettbewerbs überraschte mit unerwarteten Entscheidungen.

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Regisseur Lars Kraume.

Quelle: dpa

Locarno. Zum Abschluss des Filmfestivals in Locarno hat das deutsche Kino einen schönen Erfolg verbuchen können. Regisseur Lars Kraume (42) erhielt wie erwartet für "Der Staat gegen Fritz Bauer" den begehrten Publikumspreis. Die Auszeichnung geht an einen der Filme, die unter freiem Himmel und außerhalb des Wettbewerbs auf der Piazza Grande, dem zentralen Platz der Stadt am schweizerischen Ufer des Lago Maggiore, gezeigt werden.

Der beeindruckende Film, in dem Burghart Klaußner und Ronald Zehrfeld als Hauptdarsteller brillieren, reflektiert spannend und tiefgründig Ereignisse um die Jagd auf den SS-Schergen Adolf Eichmann Ende der 50er Jahre. Der Film kommt am 1. Oktober in Deutschland in die Kinos. Die Hauptjury war für Überraschungen gut. Unerwartet ging der Goldene Leopard, der wichtigste Preis, an "Right Now, Wrong Then" (Südkorea) von Regisseur Hong Sang-soo.

Die Komödie beobachtet in zwei Erzählvarianten die erotisch aufgeladene Begegnung eines Filmregisseurs mit einer Verehrerin. Der von Publikum und Kritik hoch gehandelte israelische Spielfilm "Tikkun" ("Wiedergutmachung") bekam immerhin den Spezialpreis der Jury - für den zweitbesten Film des Wettbewerbs. Das Drama von Autor und Regisseur Avishai Sivan zeigt eindrucksvoll den zum Scheitern verurteilten Versuch eines jungen ultra-orthodoxen Juden in Jerusalem, sich von den Fesseln des Glaubens und der Familie zu lösen.

Auch eine Überraschung: Der 74-jährige polnische Regie-Altmeister Andrzej Zulawski ("Nachtblende") wurde als bester Regisseur geehrt. Die Entscheidung verblüfft, weil sein Spielfilm "Cosmos" um die Selbstfindungsprobleme zweier junger Männer wegen der manierierten Erzählweise nicht gut ankam. Der Preis für die beste Darstellerin ging an vier Frauen: Sachie Tanaka, Hazuki Kikuchi, Maiko Mihara und Rira Kawamura, die Hauptdarstellerinnen des fünfeinhalbstündigen japanischen Gesellschaftspanoramas "Happy Hour".

Der Südkoreaner Jung Yae-Young wurde für seine Interpretation des Filmregisseurs im Leoparden-Gewinner "Right Now, Wrong Then" ausgezeichnet. Neben der Hauptjury gab es auch eine Jury, die sektions- und wettbewerbsübergreifend über die Erstlingsfilme urteilte. Sie zeichnete den Spielfilm "Thithi" als bestes Debüt aus. Die iranisch-deutsche Ko-Produktion "Paradise" bekam den "Swatch Art Peace Hotel"-Preis.

Er ermöglicht Regisseur Sina Ataeian Dena einen mehrmonatigen Aufenthalt in der gleichnamigen Künstlerresidenz in Shanghai zur Entwicklung eines neuen Projekts. Insgesamt waren beim Festival mehr als 200 Filme zu sehen. 19 Spiel- und Dokumentarfilme hatten sich im Hauptwettbewerb um den Goldenen Leoparden beworben. Er gilt nach der Palme von Cannes, dem Bären von Berlin und dem Löwen von Venedig weltweit als viertwichtigster Filmfestival-Preis. Zur Jury gehörte dieses Jahr auch der deutsche Schauspieler Udo Kier (70).

dpa

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