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Revolution mit Pomade – Neues von Depeche Mode

Live in Berlin Revolution mit Pomade – Neues von Depeche Mode

1000 Fans dürfen dabei sein. In einer Stunde hören sie das Neueste von Dave, Martin und Andy. Es ist das 14. Album von Depeche Mode.

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In Berlin gabs Neues und zumeist Düsteres von Depeche Mode zu hören. Die Band stellte das neue Album „Spirit“ vor.

Quelle: dpa

Berlin. Manchmal klingt er wie Nick Cave. Düstere Töne beherrschen den kurzen Auftritt von Dave Gahan und seinen beiden Kollegen - also der 37 Jahre alten Band Depeche Mode. Es gibt kräftig wummernde Bässe und Elektro-Sound. Das Publikum wippt artig mit - und nach einer Stunde ist alles vorbei.

Das britische Synthie-Pop-Trio hat am Freitag in Berlin sein neues musikalisches Werk präsentiert. Es heißt „Spirit“ und ist das 14. Studioalbum der Band. Nach „Delta Machine“ im Jahr 2013 war es eine Weile lang ruhig geworden um die Synthie-Stars. Die etwa 1000 Fans, die nun in gemütlicher Atmosphäre die neuesten Songs zuerst live hören durften, hatten die Karten bei Verlosungen gewonnen.

Düstere Töne zu düsteren Texten

Schwarzes Haar mit viel Pomade, dunkles Schnauzbärtchen. Schmale schwarze Hosen mit roten Streifen am Rand, rote Weste, rote Metallic-Glanzschuhe. Dave Gahan (54) ist angezogen wie ein Dandy – und bewegt sich gewohnt lasziv. Er tänzelt über die Bühne, schwingt die Hüfte, fasst sich in den Schritt. Kaum wahrzunehmen sind seine Bandkollegen Martin Gore – graues Shirt und schwarze Hose – sowie Andy Fletcher - ganz in schwarz, mit Sonnenbrille und Bauchansatz.

Düsteres Cover zu düsteren Songs

Düsteres Cover zu düsteren Songs: Das neue DM-Album „Spirit“.

Quelle: Columbia Records

Das 2017er Album entstand vor der Trump-Wahl – aber passt prima in die Zeit danach. Düstere Töne zu düsteren Texten. In „Going Backwards“ zeichnet die Band – allesamt verheiratete Familienväter – ein pessimistisches Bild: „Wir bewegen uns rückwärts, wir ignorieren die Realitäten“, singt Gahan, und: „Wir haben keinen Respekt, wir haben die Kontrolle verloren.“

Der Song „Where is the Revolution“ hat das größte Hit-Potenzial. „The train is coming, get on board“ singt Dave Gahan zu treibenden Beats – und blickt dabei das Publikum eindringlich-verschwörerisch an.

Energie bringen die alten Hits

Politische Botschaften in den Pausen zwischen den Songs gibt es nicht. Gahan sagt nur „Good Evening Berlin“ und ein paar Mal „Thank you!!!“ – meist nutzt er die Pausen, um über sein Pomade-Haar zu streichen.

Nach 51 Minuten schließlich wird er aktiv – zur Freude der Fans. Er reißt sich die Weste vom Leib, wackelt besonders heftig mit den Hüften – und bringt mit dem 90er-Jahre-Hit „Walking in my shoes“ Energie ins Publikum. Doch nackte Haut unter der Weste des Sängers – sonst üblich zu vorgerückter Stunde – gibt es diesmal nicht zu sehen.

Vielleicht ja später wieder auf den großen Bühnen: Im Mai startet Depeche Mode in Stockholm die Europatournee. Das erste Konzert in Deutschland ist am 27. Mai in Leipzig geplant.

Von RND/dpa

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