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Revolverheld unplugged in der Swiss Life Hall

Konzert Revolverheld unplugged in der Swiss Life Hall

Kann das gut gehen? Revolverheld spielt unplugged in der arg großen Swiss Life Hall. Wohnzimmer-Atmosphäre kommt deshalb beim Gute-Laune-Wohlfühl-Pop der Gruppe leider kaum auf. Aber wenn das Publikum beim Konzert am Montagabend mitgeht, dann funktioniert das dann doch richtig gut.

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Revolverheld spielt unplugged und sorgt für gute Stimmung.

Quelle: Wallmüller

Hannover. Eigentlich ist die Swiss Life Hall zu groß für dieses Format: Revolverheld haben sich angekündigt, am Montagabend dort ihre "MTV Unplugged in drei Akten"-Show zu spielen, mit der sie seit April vergangenen Jahres touren - ein nachgeholtes Konzert vom März, das krankheitsbedingt abgesagt werden musste.

Revolverheld haben am Montagabend in der Swiss Life Hall ihre "MTV Unplugged in drei Akten"-Show gespielt, mit der sie seit April vergangenen Jahres touren.

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Bereits 2002 in Hamburg gegründet, ist Revolverheld tatsächlich eben eine dieser Bands der deutschsprachigen Alles-und-Nichts-Melange, die seit zehn, fünfzehn Jahren irgendwie alles zwischen Singer-Songwriter und Pop subsumiert: wenige irre gute Musiker (der zu früh verstorbene Nils Koppruch, Gisbert zu Knyphausen), die meist nur einem kleinen Kreis recht beflissener Fans bekannt sind, neben sehr poppigen Mainstream-Sängern (Silbermond, Christina Stürmer) und eben diese Bands wie Revolverheld, die irgendwie beides ein bisschen sind und es mit dieser Massentauglichkeit ganz gut in die Charts schaffen. Das mag man mögen oder nicht, hat ihnen aber für das letzte Album "Immer in Bewegung" (2013) drei Mal Gold beschert.

Die MTV-Unplugged-Reihe lebt von der heimelig-behaglichen Atmosphäre, bei einer ausverkauften Halle mit rund 4700 Zuschauern ist das nur schwer realisierbar. Und trotzdem versuchen sie es mit einer kleinen, mittig platzierten Bühne, auf der sie die ersten fünf Songs spielen, bevor sie auf der Hauptbühne den Rest des Abends spielen, und den vertraut-charismatischen Plaudereien von Strate mit Publikum und Band, einnehmend, gewinnend. Die Wohnzimmer-Atmosphäre geht aber nur bedingt auf beim animierten Rhythmusklatschen und Hits wie "Das kann uns keiner nehmen" und "Immer in Bewegung". Doch es zeigt sich: Die Band mit Gitarren, Klavier und Percussion, klassischem Kontrabass und später dann auch Trompete  spielt eben Gute-Laune-Wohlfühl-Pop. Und der holt ab, nimmt mit und lässt die ganze Halle textsicher mitsingen.

Die MTV Unplugged-Reihe ist Garant für aufwendig produzierte Konzertreihen etablierter Musiker, die ihre und Coversongs akustisch spielen, dabei auf den Einsatz von Keyboard und E-Gitarren verzichten. Paul McCartney war der erste Künstler, der einen Tonträger von den Aufnahmen veröffentlichte, in Deutschland durften bislang erst elf Interpreten ihre akustischen Talente unter Beweis stellen, darunter Herbert Grönemeyer, Die Ärzte und Udo Lindenberg. Es sind also keine kleinen Fußstapfen, in die Revolverheld hier getreten sind. Im April 2015 ist ihnen die Ehre zuteilgeworden, ein MTV Unplugged Konzert geben zu können. Das Ganze fand in der Hamburger Friedrich Ebert Halle statt, namhafte Künstler haben der Band während des Konzerts eine Stippvisite abgestattet, darunter Annett Louisan, Rea Garvey, Heinz Strunk, Das Bo, Mark Forster und Johannes Oerding.

Und auch an diesem Abend überrascht der ein oder andere Gast, darunter Mr. President, der mit Strate ein akustisches "Coco Jambo" singt - ein Moment, bei dem man fliehen möchte.
 
Ihre bekanntesten Stücke  "Lass uns gehen", "Worte die bleiben" und  "Ich lass für Dich das Licht an" wiederum, die in den Radios rauf- und runtergespielt wurden, sind dann aber doch so energiegeladen, dass die Halle die zwei Stunden und insgesamt 20 Stücke mitfeiert. Und man muss sagen: Akustik tut Revolverheld richtig gut, tut der Stimme von Strate gut, trägt.

Von Katharina Derlin

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