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Ausstellung in der Galerie Drees Reflexe 
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 Verunsicherung

Zum 20. Jubiläum der Galerie Drees zeigt die hannoversche Regisseurin und Fotografin Franziska Stünkel Bilder einer Reise nach Istanbul. In der Ausstellung „Coexit" geht es um Fensterscheiben und Parallelwelten.

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Was ist Realität, was ist Spiegelung? Franziska Stünkels Fotografien spielen mit den Ebenen.

Quelle: Franziska Stünkel

Hannover. In der Bildmitte dümpeln Bosporus-Fähren. Doch davor ist statt Wasser und Wellen ein Gewirr von Stühlen und Tischen zu sehen. Und im Hintergrund schürt der Schriftzug „Pamukkale“ Ungewissheit darüber, auf welcher Realitätsebene er sich befindet: in der Spiegelung des Glases – oder im Restaurant dahinter.

Franziska Stünkel zeigt in der Galerie Robert Drees ihre Fotografien von einer Reise nach Istanbul.

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Verunsicherung – wie sie hier von der Aufnahme der Reflexionen einer Restaurantscheibe auf Istanbuls Galatabrücke ausgeht – lösen alle Fotografien aus, die Franziska Stünkel ausstellt. Denn darauf hält sie stets Spiegelungen fest und verschränkt so mehrere Wahrnehmungsebenen. Nichts scheint die hannoversche Künstlerin dabei weniger zu interessieren als eine auf Eindeutigkeit abzielende Bildkomposition. Vielmehr dokumentiert sie Vielfalt, Brüche und Widersprüche. Und dabei bieten die Lichtreflexe der Spiegelungen Anlass zu Reflexionen, geraten ihre Fotos zu Sinnbildern einer fragmentierten Wirklichkeit, einer Lebenswelt gebrochener Identitäten.

„Im Film kulminiert alles, er ist das Medium mit dem Potential zum Gesamtkunstwerk – aber Fotografie kann die Vielschichtigkeit eines Augenblicks festhalten, die gleichzeitige Koexistenz von Realitätsebenen“, begründet die Regisseurin, warum sie neben ihrer Filmarbeit seit vier Jahren auch Fotoprojekte verfolgt, wie sie jetzt in der Galerie Robert Drees zu sehen sind. Die Ausstellung „Coexist“ zeigt Bilder aus der dritten Fotoserie, für die Stünkel systematisch fremde Weltregionen bereist hat. Zuerst war sie 2010 in asiatischen Metropolen, dann, 2012, in Großstädten Afrikas, und zuletzt hat sie Spiegelungen in Europa festgehalten – in Kopenhagen und Berlin, Cannes und Nizza, Wien und Istanbul.

Doch gleich, welche Metropole jetzt auf den großformatigen Fotografien in der Galerie Robert Drees zu sehen ist – gemeinsam ist allen die irritierende Wirkung auf den Betrachter. Und diese Verstörung scheint das Lebensgefühl moderner Großstädter, das man vor ein paar Jahren vielleicht noch als postmodern beschrieben hätte, auch in außereuropäischen Metropolen recht genau zu treffen.

Franziska Stünkel: „Coexist“, Galerie Robert Drees, Weidendamm 15, Eröffnung am Freitag um 19 Uhr durch Sebastian Lux, Kurator der F. C. Gundlach Stiftung für Fotografie. Details unter www.galerie-robert-drees.de

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