27°/ 16° wolkig

Navigation:
Riga zeigt den „Ring des Nibelungen“
Mehr aus Kultur

Richard Wagner in Lettland Riga zeigt den „Ring des Nibelungen“

Richard Wagner war einst Kapellmeister in Riga. Lange schien das in Lettlands Hauptstadt vergessen. Doch im Jubiläumsjahr des Komponisten gibt es an der Lettischen Nationaloper eine Jahrhundert-Aufführung.

Voriger Artikel
Goldene Löwen für Künstler Sehgal und Angola
Nächster Artikel
Sinnliche Utopie bei den Herrenhäuser Kunstfestspielen

Zum ersten Mal seit mehr als 100 Jahren wird an der Lettischen Nationaloper der komplette "Ring des Nibelungen" in einer Saison gespielt. Dirigent ist Cornelius Meister.

Quelle: dpa

Riga. Riga ist im Wagner-Fieber: Zum ersten Mal seit mehr als 100 Jahren wird im Juni an der Lettischen Nationaloper wieder der komplette „Ring des Nibelungen“ in einer Saison gespielt. Dirigiert von dem jungen deutschen Dirigenten Cornelius Meister wird der gut 16 Stunden dauernde Zyklus während des Rigaer Opernfestivals an vier Tagen aufgeführt. Damit will die Oper an den 200. Geburtstag und 130. Todestag des Komponisten erinnern, der von 1837 bis 1839 in Riga als Kapellmeister wirkte. Zugleich soll an die lange und reiche Wagner-Tradition in Riga angeknüpft werden.

„Die Aufführung ist eine große Ehre für uns. Es gibt auf der Welt nur wenige Städte, die direkt mit dem Werk von Wagner verbunden sind“, sagt Andrejs Zagars, Direktor der Lettischen Nationaloper. Mit 24 Jahren kam Wagner im August 1837 in die damals zum Russischen Reich gehörende Metropole, um seine Stelle am städtischen Deutschen Theater anzutreten. Doch Schulden und Streit mit dem Theaterdirektor ließen ihn schon nach zwei Spielzeiten fluchtartig die Stadt verlassen.

Auf der Karriereleiter des jungen Komponisten war Riga dennoch eine wichtige Station. Dort begann er mit der Komposition seiner frühen Oper „Rienzi“ und erhielt Anregungen für den architektonischen Aufbau des Festspielhauses in Bayreuth. Seine abenteuerliche Flucht von Riga mit dem Schiff nach London inspirierte ihn zudem zum „Fliegenden Holländer“, der bereits im Mai 1843 in Riga - als zweiter Stadt nach Dresden - aufgeführt wurde.

Die Lettische Nationaloper wiederum ging 1919 mit einer Aufführung von „Der Fliegende Holländer“ in ihre erste Saison im heutigen Opernhaus.

„An einer „Ring“-Produktion in einer Stadt beteiligt zu sein, in der Wagner selbst als Kapellmeister tätig war, ist etwas ganz Außergewöhnliches“, sagt Dirigent Meister der Nachrichtenagentur dpa. Auch an der Oper bereitete man sich intensiv auf die „Aufführung des Jahrhunderts“ und das „mit Abstand anspruchsvollste Projekt in der Geschichte der Lettischen Nationaloper“ vor, wie es Operndirektor Zagars umschreibt.

Denn mit dem Opernzyklus, an dem Wagner über Jahrzehnte gearbeitet hat, möchte Riga international punkten. Bereits 2006 war mit der Inszenierung eines neuen „Ring des Nibelungen“ begonnen worden, pro Jahr sollte ein Werk aufgeführt werden. Doch dann kam die Krise, die Lettland massiv traf und schmerzhafte Einschnitte mit sich brachte. Auch an der Oper musste gespart werden - Gagen und Gehälter wurden stark gekürzt, Premieren verschoben.

Nun scheint das Publikumsinteresse nur noch größer: Die Karten für die Zyklus-Aufführung waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. „Es gibt es eine große Bereitschaft und Hunger nach Wagner und dem „Ring““, sagt der „Götterdämmerung“-Siegfried Lars Cleveman. 

dpa

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Castorfs Reise zum Erdöl
Foto: Wagner-Figuren des Künstlers Ottmar Hörl stehenvor der Kulisse des Festspielhauses in Bayreuth. Die Bayreuther Festspiele beginnen traditionell am 25. Juli.

Die Spannung steigt in Bayreuth: Zum 200. Geburtstag Richard Wagners präsentieren die von ihm gegründeten Festspiele einen neuen „Ring des Nibelungen“.

mehr
Anzeige
Kollegah im Capitol

Felix Blume alias Kollegah hält sich für den König der Rapper.

Anzeige