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Das ist die Rockband The Esprits aus Hannover

Newcomer Das ist die Rockband The Esprits aus Hannover

Mit Anfang bis Mitte zwanzig alles auf eine Karte setzen: Dazu haben sich Roman Ritter (Sänger und Gitarre), Ole Hauk (Bass), Till Pera (Gitarre) und André Löper (Schlagzeug) vor etwa einem Jahr entschieden. Sie wollen mit ihrer Band The Esprits Rockmusik machen - und sonst nichts. Jetzt arbeiten sie am zweiten Album und spielen in ausverkauften Clubs.

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Gut frisiert: Till Pera (von links), Roman Ritter, André Löper und Ole Hauk aus Hannover sind The Esprits.

Quelle: Sven Heller

Hannover. „Wir hatten den Anspruch, mit den Profis im Becken mit zuspielen“, sagt Ritter. Das ginge aber nur, wenn auch die technische Qualität stimmt. Wenn man sich nebenbei noch auf einen Job konzentrieren müsse, sei das schwer möglich. Kurzerhand wurde abgestimmt: „Alle auf Risiko“ lautete die einstimmige Entscheidung, sagt Bassist Hauk, der wie Bandkollege Pera mittlerweile in Hannover lebt, wo derzeit auch das zweite Studioalbum der Band produziert wird. 2018 soll es erscheinen.

„Reich sind wir noch nicht, aber wir kommen bisher ganz gut über die Runden“, sagt Sänger Ritter. Klar, auch drei Jahre nach Bandgründung müssten sie auch mal auf einen Dienstagabend vor wenig Leuten spielen. Aber mit etwas Glück werde man bei genau so einem Konzert vom Richtigen entdeckt. Gerade waren The Esprits mit der Band Terry Hoax auf Tour. In Hannover kommt ihr treibender Sound, der an schwedische Bands wie Mando Diao und The Hives erinnert, sehr gut an: Nachdem The Esprits schon im Januar im ausverkauften Lux gespielt haben, gibt es auch für das Zusatzkonzert am Freitag keine Tickets mehr.

Wie zielstrebig die Band ist, zeigt schon das Debütalbum: Bei „Stay a Rebel“, das 2015 in Angriff benommen wurde, griff ihnen Produzent Arne Neurand unter die Arme, der auch schon mit Größen wie Revolverheld und den Guano Apes zusammengearbeitet hat. Das merkt man dem Sound der Band an: Der Indie-Rock ist massentauglich, die Melodien gehen direkt ins Ohr. Ob sie selber rebellisch sind? Ein bisschen zumindest. „Das war auch ein Grund, sich nur auf die Musik zu konzentrieren“, sagt Ritter. „Ich meine: Wie viel Rebell steckt in mir, wenn ich tagsüber mit Anzug und Schlips in der Bank Überweisungsformulare ausfülle?“ Diese Frage sei immer lauter geworden, je mehr ihrer Freunde sich einen Zehn-Jahres-Plan zurechtgelegt haben. „Einige vernachlässigen alles, was sie lieben - und das hat uns zum Nachdenken gebracht“, sagt er. Denn das sei etwas, was die Jungs von The Esprits auf keinen Fall wollen.

An die selbst verordnete Professionalität müssen sich die Jungs noch etwas gewöhnen. Aus Lust und Laune mal zu proben und zu spielen ist doch was anderes, als im Studio Alben aufzunehmen und professionelle Videos zu drehen. „Ein Videodreh ist wie Karaoke: Anfangs ist es komisch zu spielen, ohne wirklich zu spielen“, sagt Ritter. „Richtig Arbeit halt.“ Nur eben in Lederjacke und Jeans und nicht im Anzug mit Schlips.

The Esprits live: Das Konzert am Freitag im Lux-Club ist ausverkauft, Tickets gibt es noch für Auftritte in der Sumpfblume Hameln (19. Oktober) und im Exil Göttingen (21. Oktober).

Von Lisa Malecha

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