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Roskilde rockt auch Deutsche zu Tränen

Festival Roskilde rockt auch Deutsche zu Tränen

75.000 Fans beim traditionsreichsten Rockfestival Europas im dänischen Roskilde: Die ganz großen Namen fehlten am Wochenende, dafür freuten sich auch die deutschen Fans über berührende Konzerterlebnisse. Sogar das Wetter spielte einigermaßen mit.

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Beth Gibbons von Portishead beim Roskilde-Festival.

Quelle: dpa

Roskilde. „Entweder geht man einmal nach Roskilde oder immer“, sagt André aus Essen beim Konzert der Arctic Monkeys auf der riesigen Orange Stage. Am Wochenende hat der Softwareentwickler mit deutschen Freunden sein 16. Rockfestival westlich von Kopenhagen hinter sich gebracht und dabei die typische Roskilde-Kultmischung erlebt: unglaublich freundliche Stimmung unter den 75 000 Besuchern, ein überwältigendes Konzerterlebnis und - wieder mal - einen nicht weniger überwältigenden Wolkenbruch vom dänischen Himmel.

Beim Konzert der Berliner Beatsteaks seien ihm die Tränen gekommen, erzählt André. Bandmitglied Arnim Teutoburg-Weiß meinte vor dem eigenen Konzert im Roskilde-Web-TV: „Für uns war es immer ein Traum, hier zu spielen. Alle, auch die englischen Bands, wollen in Roskilde dabei sein.“

Bei aller Begeisterung und Rührung vor und auf den sechs Bühnen zeigte das 41. Festival auf dem “„Tierschauplatz“ („Dyrskueplads“) aber auch harte kommerzielle Realitäten: Weil die Gagen für Topstars in astronomische Höhen geklettert sind, können die Organisatoren nicht mehr wie früher Superstars anbieten.

Charles Bradley umarmte weinend das Publikum

Iron Maiden, die Arctic Monkeys, Kings Of Leon, M.I.A., The Strokes, PJ Harvey und Portishead waren an den vier Tagen dieses Festivals die Topnamen. „Irgendwie ein bisschen dünn“, war ein oft gehörter Kommentar. Was aber nicht die Freude an den Überraschungen und Neuentdeckungen trüben konnte, die ein wichtiger Teil des Roskilde-„Kicks“ sind.

Die fantastische englische Gitarristin Anna Calvi etwa, die Erinnerungen an den ebenfalls in Roskilde innig verehrten und jung gestorbenen US-Musiker Jeff Buckley weckte. Oder der 61-jährige Charles Bradley. Der Soulsänger aus den USA war von der begeisterten, warmen Reaktion seiner Zuhörer so überwältigt, dass er beim Konzert immer wieder schluchzen musste. Bis es Bradley nicht mehr hielt und er weinend von der Bühne herunterkam, um möglichst viele aus diesem fantastischen jungen Publikum zu umarmen.

Solche Erlebnisse ließen viele vergessen, dass sie nicht wie beim englischen Roskilde-Konkurrenten Glastonbury absolute Weltstars wie U2 oder Beyoncé Knowles geboten bekamen. Ein weiterer Trost: In Glastonbury waren 170.000 Zuschauer eine Woche vorher nach Dauerregen total in Matsch versunken. Das bescheidenere Roskilde wurde erst zum Ende nach einem gigantischen Wolkenbruch am Samstagabend matschig.

dpa

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