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Kultur Rückkehr zu den Anfängen
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18:42 23.02.2018
Jakob Nolte
Hannover

Bewundernswert sind die Karrieren der jungen Autoren Sasha Marianna Salzmann und Jakob Nolte. Aber dies ist nicht ihre einzige Gemeinsamkeit: Denn beide unternahmen ihre ersten literarischen Gehversuche am Ballhof. Barbara Kantel, Mitgründerin und heute Leiterin des Jungen Schauspiels, förderte die beiden Schreibtalente. Salzmann erinnert sich an die Zeit, als Kantel sie, die Schulabbrecherin, ins Theater geholt hat: „Ich wusste nicht, was ich wollte, wusste ungefähr: Theater!“ Mittlerweile wurden ihre Stücke unter anderem mit dem Kleist-Förderpreis und dem Publikumspreis der Mülheimer Theatertage ausgezeichnet, am Schauspiel Hannover wurde im Oktober 2016 ihr Stück „Die Aristokraten“ uraufgeführt.

Ihre russisch-jüdische Herkunft spielt auch in ihrem hochgelobten Debütroman „Außer sich“ eine Rolle. Darin erzählt sie von den Zwillingen Alissa und Anton, die wie sie selbst zunächst in Russland, später in Deutschland aufwachsen und die eine innige Beziehung verbindet. Jahre später verschwindet Anton spurlos. Irgendwann kommt eine Postkarte aus Istanbul - und Alissa macht sich auf die Suche: nach dem Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht. In der Jury-Begründung des Deutschen Buchpreises 2017, auf dessen Longlist „Außer sich“ stand, heißt es: „Salzmann erzählt mit großer Unbedingtheit von der jungen Generation dieser Heimat-Wanderer, die um die eigene Identität kämpft: sprachlich, politisch und sexuell.“

Sogar bis auf die Shortlist des Buchpreises 2017 schaffte es der zweite Roman von Jakob Nolte, „Schreckliche Gewalten“. Auch Nolte machte sich zuerst als Theaterautor einen Namen und ist dem hannoverschen Publikum als Mit-Autor der Performance „Sometimes I think, I can see you“ von Mariano Pensotti bekannt. Ende August schrieb er live seine Eindrücke an der U-Bahn-Station Kröpcke nieder und brachte manchen spontan Porträtierten zum Schmunzeln. In „Schreckliche Gewalten“ erzählt Nolte, wie sich Hilma Honik eines Nachts in einen Werwolf verwandelt und ihren Mann tötet. Ihre beiden Kinder sind daraufhin auf sich selbst gestellt - immer in der Angst, die Bestialität liege in der Familie. Während Iselin in ihrer Heimatstadt Bergen eine Terrorzelle gründet, reist Edvard nach Afghanistan. Es beginnt eine fantastische Sinnsuche durch das 20. Jahrhundert.

Nun lesen Jakob Nolte und Sasha Marianna Salzmann in Cumberland aus ihren Romanen, blicken gemeinsam mit Moderatorin Barbara Kantel zurück auf die Anfänge ihres Schreibens und erzählen aus ihrem Leben als Autoren.

Ulrike Eberle

Lesung: 24. März, 20 Uhr, Cumberland.

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