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Ryan Reynolds: "Ich sah aus wie frittierte Hoden"

"Deadpool"-Darsteller im Interview Ryan Reynolds: "Ich sah aus wie frittierte Hoden"

In "Deadpool" ist er Superheld und wilder Liebhaber. Doch im wahren Leben verzweifelt Hollywood-Star Ryan Reynolds an alltäglichen Dingen – wie an einer vollen Windel von Tochter James.

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Schauspielerpärchen: Ryan Reynolds mit seiner Frau Blake Lively, mit der er Tochter James (1) hat.

Quelle: PA/GUILLAUME HORCAJUELO

Los Angeles. Bei seinem ersten "Deadpool"-Auftritt vor sieben Jahren war Ryan Reynolds noch ein Bösewicht. Seitdem ist der Mann im schwarz-roten Kampfanzug zu einem Superhelden mit heilenden Kräften mutiert. Und noch etwas zeichnet den neuen "Deadpool" aus: Er ist ein guter Liebhaber. Was der Sex im Film beweist. Reynolds hätte sich am liebsten davor gedrückt. Der Ehemann von Hollywood-Beauty Blake Lively fand die Szenen "einfach schrecklich". Anders dagegen seine Frau. Sie fand ihren Mann in seinem Outfit attraktiv.

Haben Sie mal so mit Blake geschlafen?
(Ryan Reynolds mit gespielter Entrüstung) Diese Frage ist total unziemlich. Und die Antwort ist "Ja". Meine Frau steht darauf. (lacht) Wenn ich den Anzug nicht trage, läuft nichts mehr mit der Liebe. Was glauben Sie, woher unsere Tochter kommt.

Wie fand die kleine James ihren Daddy als "Deadpool"?
Als sie mich zum ersten Mal mit den aufgeschminkten Narben sah, hat sie geweint. Sie erkannte zwar meine Stimme, aber ich sah aus wie frittierte Hoden.

Wie sehr hat Ihre Tochter Ihr Leben verändert?
Ich mache jetzt genau die Dinge, über die ich vor noch gar nicht allzu langer Zeit die Augen gerollt habe. Ich halte jedem Handy-Bilder von James unter die Nase – ob er will oder nicht. Ich bin nur noch am knipsen – schlimm. Und man wird als Eltern zu den unglaublichsten Dingen gezwungen.

Zum Beispiel?
Neulich musste ich eine Windel wechseln. Die hat so erbärmlich gestunken, wir hatten schon befürchtet, dass wir in eine andere Stadt ziehen müssen (lacht). Aber mal im Ernst. Ich liebe die tollen und die harten Dinge, die man als Papa eines Babys bewerkstelligen muss.

Ihr Superheld flucht wie ein Kesselflicker. Passen Sie auf, was Sie in Gegenwart Ihres Kindes sagen?
Natürlich. "Deadpool" wäre es übrigens egal. Sein Kind würde wahrscheinlich als erstes Wort Fuck sagen. (lacht)

Foto: Ryan Reynolds als Deadpool.

Ryan Reynolds als Deadpool.

Quelle: 20th Century Fox/dpa

Sie sind in Hollywood sehr gefragt. Wieviel Zeit bleibt Ihnen mit Ihrer Kleinen?
Sie und Blake waren immer am Set dabei. Und ich habe mir so viel Zeit wie möglich genommen. Oft indem ich mein Handy einfach mal für ein paar Stunden ignoriert habe – auch wenn ich dann nachts Hunderte von Emails beantworten und die Leute mit Telefonaten besänftigen musste. Das geht dann auf Kosten von Schlaf. Doch wer braucht so etwas schon. Ich bin seit gefühlten 13 Monaten durchgehend wach.

Schläft James denn nicht?
Meine Frau und ich sind inzwischen der Meinung, dass unsere Kleine allergisch gegen Schlaf ist. Kein Mittel hilft, um sie zum Einschlafen zu bringen, wenn sie nicht will. Dafür schlafe ich beim Vorsingen oder Vorlesen ein. Umso schöner ist es, wenn James morgens aufwacht. Dann ist sie immer bester Laune und lacht vor sich hin. Das ist die schönste Zeit mit ihr. Ich genieße das unendlich.

Ihre Frau spricht gerne darüber, dass sie leidenschaftlich gerne ißt und auch selbst kocht. Kochen Sie manchmal zusammen?
Eher nicht. Dafür begehe ich für sie Straftaten, damit sie ihren Lieblingsapfelkuchen essen kann. Den gibt es nur in Kanada und ich habe neulich einen mit über die kanadisch-amerikanische Grenze geschmuggelt. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt. Da ich ein Hollywood-Star bin, haben sie natürlich nur nach Drogen gesucht und den Kuchen übersehen.  

Sie haben echt Humor. Was bringt Sie zum Lachen?
Wenn Leute verletzlich sind und genau darin ihren Humor finden. Wenn sie Dinge, die einem selbst peinlich sind, überspitzt präsentieren. Mein Jugendidol Chevy Chase oder auch Bill Murray waren Meister darin.     

Sie werden im Oktober 40...
…und mir wird Angst und Bange. Vor James Geburt war mir Älterwerden egal. Doch seither zieht das Leben fast im Zeitraffer an mir vorbei. Man blinkt und schon feiert sie Ihren ersten Geburtstag. Ich will doch dabei sein, wenn sie zu einer tollen Frau heranwächst. Doch mehr als 45 Jahre werde nicht haben. Oh Mann, plötzlich fühlt man sich sterblich.

Merken Sie denn Ihr Alter schon manchmal?
Aber sicher. Es ist nicht mehr witzig, wenn man mit 39 bei Actionszenen auf dem Beton landet. Es tut richtig weh. Ich musste härter denn je trainieren, um für die Rolle fit so sein und mich nicht zu verletzen.  

Oft sagen Männer, dass Sie erst mit der Geburt ihres ersten Kindes erwachsen worden sind. Stimmt das bei Ihnen auch?
Ich musste schon mit 18 erwachsen werden. Damals bin ich aus Kanada allein nach Los Angeles gekommen, um mich als Schauspieler durchzuschlagen. Illegal übrigens. Es war nicht easy. Aber bevor Sie mich jetzt bei der Einwanderungsbeörde anzeigen, ich habe inzwischen meine Greencard  (grinst).

Wenn Sie Mal den ganzen Promi-Trubel hinter sich lassen wollen, wohin reisen Sie dann?
Nirgendwo hin. Ich fahre nach Hause. Ich liebe es daheim zu sein. Das ist immer wie Urlaub für mich. Und wenn es noch einen anderen Ort gibt, wo man sich ganz weit weg von seinem Alltagsleben fühlt, dann ist es Afrika. Ich war da schon ein paar Mal und liebe diesen Kontinent. Er ist wunderschön.

Ihre Frau ist eine Trendsetterin in punkto Fashion. Gibt Blake Ihnen Modetipps?
Ich bin meinem alten Stil treu geblieben. Klassisch, mit Anzug und Krawatte. Ich war nie ein verrückter Typ, der in Cowboystiefeln und Nietenjeans auf dem roten Teppich erschienen ist.

Welche Charaktereigenschaften wünschen Sie sich, die Ihr Kind von ihrer Frau und von Ihnen geerbt haben soll?
Von Blake hat sie hoffentlich diese absolute Aufrichtigkeit mitbekommen. Und von mir bitte den Sarkasmus und Hang zur Gewalttätigkeit  (grinst). Ich will, dass sie sich verteidigen kann.

Von Dierk Sinderman und Christian Thiele

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