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Santana zieht in Hannover 3000 Zuhörer in den Bann

Parkbühne Santana zieht in Hannover 3000 Zuhörer in den Bann

Konstruktiv verrückt: Carlos Santana hat am Dienstagabend auf der Parkbühne in Hannover 3000 Zuhörer in den Bann gezogen. Sein weicher, satter Gitarrenton, sein bluesgetränkter Latinrock, angereichert mit Jazz, Soul und Hip-Hop, mit lateinamerikanischen und afrokubanischen Rhythmen, ist (s)ein Markenzeichen.

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Carlos Santana auf der Parkbühne.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. Es ist Schlag acht, da ertönen die Klangschalen. Laut und andauernd. Ein Percussiongewitter setzt ein, bevor die Bläser übernehmen – dann kommt er auf die Bühne: ein Mann mit Schnäuzer, Hut, Sonnenbrille, bunter Weste und einer Gitarre. Santana hat das Heft sofort in der Hand, aber es braucht dazu nicht viel. Nur ein paar Töne, ja: Tönchen. Einer hier. Pause. Einer dort. Lange Pause.

Carlos Humberto Santana, 63-jähriger Mexikaner mit Wohnsitz in San Francisco, Altmeister, Gitarrenlegende, Woodstockveteran, ist seit 40 Jahren im Geschäft. Schon seit seinem Album „Abraxas“ (1970) ist Santana eine stilprägende Figur in der Sparte Gitarrenrock. Nach einem Durchhänger in den Achtzigern kam er 1999 mit „Supernatural“ groß zurück. Santanas weicher, satter Gitarrenton, sein bluesgetränkter Latinrock, angereichert mit Jazz, Soul und Hip-Hop, mit lateinamerikanischen und afrokubanischen Rhythmen, ist (s)ein Markenzeichen. Alles geht, wenn es nur fließt und groovt; Musik ist Musik ist Musik.

Carlos Santana hat am Dienstagabend auf der Gilde Parkbühne in Hannover gespielt.

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Und dieses Credo stellt er auf der hannoverschen Parkbühne vor 3000 Zuhörern bei sommerlichem Wetter eindrucksvoll unter Beweis. Santana und seine zehnköpfige Band verschmelzen zu einem improvisierenden, mäandernden Klangkörper; es schlängelt und häutet sich in einem fort. Santana versteht es sogar, ACDCs kantiges „Back in Black“ mit ordentlich Wah-Wah, Hip-Hop-Einlagen und Percussion rund zu machen, ein Song vom aktuellen Album „Guitar Heaven“, das nur aus Rockklassikern besteht, den „Mona Lisas der Rockmusik“, wie er sie nennt. Alte Santana-Hits wie „Black Magic Woman“ und „Oye Como Va“ grooven wie Hölle; dann bittet Santana Cindy Blackman (mit der er seit rund einem halben Jahr verheiratet ist) auf die Bühne, und die Schlagzeugerin lässt sich nicht lange bitten: Nach „Corazón Espinado“ legt sie ein standesgemäß gebrettertes Solo hin, bevor sie Dennis Chambers wieder das Set überlässt.

Zeit für einen Ruhepol: „Samba Pa Ti“, federleicht und filigran gespielt, auf das ein Blues folgt, erdig, wuchtig – der aber wie von selbst in eine ausgedehnte jazzige Piano- und Bass-Improvisation übergeht, bevor das Thema wieder aufscheint. „Konstruktiv verrückt“ nennt Santana solche wunderbaren Klangreisen in seiner Ansage, die einer Predigt innerhalb des Titels „Love Supreme“ ähnelt und ein Mantra formuliert: „light and love“.„Sunshine of Your Love“, krachend, und „Smooth“, ausgelassen, beenden den regulären Teil des Abends. Aber da sind ja noch die Zugaben. Eine hier. Eine da. Herrlich konstruktiv verrückt.

Matthias Schmidt

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