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21:25 22.08.2017
Demnächst zu Gast im Salon: Martin Sonneborn (l.), Uwe Timm (o.r.), Ingo Schulze. Quelle: Patrick Seeger
Hannover

Kulturinstitutionen, deren Alter das ihrer Besucher übersteigt, können doch ganz frisch und lebendig sein. Das zeigt der Literarische Salon der Leibniz-Uni Hannover, der im Dezember seinen 25. Geburtstag feiern wird. Einen fixen Geburtstagstermin gibt es nicht, der Salon startete 1992 eher schleichend. Er ist ein Nachfolger der Literarischen Kolloquien, die der Germanist Hans Mayer am Deutschen Seminar der TU Hannover veranstaltet hat. Auch seine Schüler Leo Kreutzer und Jürgen Peters haben Schriftsteller in ihren Literarischen Salon geladen, der damals eher eine inneruniversitäre Veranstaltung war.

Deren Schüler Jens Meyer-Kovac und Joachim Otte eröffneten dann 1992 den Literarischen Salon als regelmäßige Veranstaltungsreihe mit Lesungen und Diskussionen, die sich nicht nur an ein studentisches Publikum wenden. Das erste gedruckte Salonprogramm war knallrot und eng bedruckt. Es annoncierte Autoren wie Hanns Josef Ortheil und Hugo Dittberner, Kritiker, Journalisten und auch einen Intendanten, der gerade neu war in Hannover: Ulrich Khuon. Schon damals zeigte sich, dass der Salon eng mit der Stadt verbunden war. Diese Nähe lobte auch Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok bei der Vorstellung des Programms zum 25. Geburtstag: „Der Literarische Salon ist ein bundesweit einmaliger Schulterschluss zwischen Universität und Stadt“.

Im Jubiläumsjahr ist die Verbindung zur Uni noch gestärkt worden: Der Literarische Salon ist jetzt Teil der Leibniz-Uni. Die Uni stellt nicht nur die Räumlichkeiten und eine halbe Verwaltungsstelle, sondern integriert die Kulturarbeit des Salons auch in ihr Lehrangebot. Der Jahresetat des Salons liegt bei etwa 180.000 Euro; ein Drittel davon trägt die Uni. Durch die neue Nähe zur Uni wird die Programmplanung des Salons jetzt verlässlicher.

Die neue Saison im Salon beginnt am 20. September mit Uwe Timm, der sein Buch „Ikarien“ vorstellt. Am 16. Oktober ist der Fantasy-Autor Tad Williams zu Gast. Ingo Schulze wird am 13. November seinen neuen Schelmenroman im Salon vorstellen.

Die Jubliäumswoche ist besonders prominent besetzt: Am 11. Dezember diskutiert Neil Mac Gregor, der Gründungsintendant des Humboldt-Forums, im Salon. Am 15. Dezember wird der EU-Politiker, Satiriker und Autor Martin Sonneborn über Europa sprechen – und den Salonmachern wohl in gewohnter Herzlichkeit gratulieren. Am Sonnabend, 16. Dezember, ist eine Geburtstagsfeier mit Überraschungsgästen geplant.

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