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Schauspieler Heinz Reincke ist tot

Charakter im "Landarzt" Schauspieler Heinz Reincke ist tot

Der Schauspieler Heinz Reincke war vor allem durch seine Rolle als Ex-Pastor Eckholm in der Fernsehserie „Der Landarzt“ bekannt. Am Mittwoch ist er im Alter von 86 Jahren gestorben.

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Heinz Reincke ist tot.

Quelle: dpa

Wien. Er galt als bärbeißiger, kühler Norddeutscher - und lebte doch lieber im süßlich-verspielten Wien. Als Charakterdarsteller hatte er eine beeindruckende Bühnenkarriere gemacht - und ist dem breiten Publikum doch vor allem durch seine Rolle als Ex-Pastor Eckholm in der ZDF-Serie „Der Landarzt“ bekannt. Am 13. Juli ist der Schauspieler Heinz Reincke in der Nähe von Wien gestorben. Schon seit Jahren machte dem aus Kiel stammenden Ausnahmemimen die Gesundheit zu schaffen. Nun hat er den Kampf gegen eine schwere Krankheit verloren.

„Schauspielen, schauspielen, schauspielen. Und das Boxen“, zählte Reincke vor einigen Jahren in einem Interview als größte Leidenschaften seines Lebens auf. Mit Ehrgeiz, Talent und Starrsinn erarbeitete er sich als junger Mann den Zugang zu seinem Traumberuf. Die Mutter hatte für ihn eher einen soliden Beamtenjob im Sinn. Doch schon bei seiner Lehre bei der Industrie- und Handelskammer übernimmt Reincke Komparsenrollen im Stadttheater, arbeitet später als Souffleur oder Inspizient.

Selbst als französischer Kriegsgefangener kann Reincke zum Ende des Zweiten Weltkrieges nicht von seiner Passion lassen - im Lager ist er Teil einer Theatergruppe. Nach dem Krieg zieht er mit einer Wanderbühne durch Deutschland und arbeitet sich zu immer bekannteren Bühnen vor.

Großer Durchbruch 1955

Der große Durchbruch kommt 1955, als ihn Regisseur Gustaf Gründgens an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg holt. Es folgen große Rollen in Klassikern: Beckmann in Borcherts „Draußen vor der Tür“, Keil in Hauptmanns „Rose Bernd“, Shakespeares „Macbeth“ und Mephisto im „Urfaust“. Er gilt als wandlungsfähig-dynamischer Schauspieler mit hervorragender Sprechkultur und schafft es mit diesem Ruf 1968 an eine der renommiertesten deutschsprachigen Bühne, das Wiener Burgtheater.

„Der Charme der Menschen im Süden“ habe ihn auch privat an Österreich gebunden, sagte Reincke einmal. 1970 nimmt er zusätzlich die Staatsbürgerschaft des Alpenlandes an, kauft sich später ein Haus am Mondsee und lässt sich in Wien nieder. Dort lebt er bis zu seinem Tod mit seiner dritten Ehefrau, Elfi Petsch.

Im deutschen Fernsehen wird der kernige Norddeutsche über Jahrzehnte zum Publikumsliebling. Er steht an der Seite von „Heintje“ in rührseligen Heimatfilmen, spielt in Streifen wie „Fluchtweg St. Pauli - Großalarm für die Davidswache“ das Nordlicht mit dem Herz am rechten Fleck oder erfreut als „Nichtraucher“ in „Das fliegende Klassenzimmer“ Kinderseelen. Auch in Serien wie „Großstadtrevier“ und „Zwei Münchner in Hamburg“ ist Reincke vertreten. Eine seiner letzten Rollen spielt er im ZDF-Dauerbrenner „Der Landarzt“.

jhe/dpa

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