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Schiffsverkehr und Uferbebauung bedrohen Pfahlbauten

Unesco Weltkulturerbe Schiffsverkehr und Uferbebauung bedrohen Pfahlbauten

Gerade erst sind die die prähistorischen Pfahlbauten in Baden-Württemberg und Bayern zum Weltkulturerbe gekürt worden – jetzt prangern Denkmalpfleger die schlechten Bedingungen für die Erhaltung des Welterbes an.

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Durch Schiffsverkehr und Uferbebauung verlieren die prähistorischen Pfahlbauten ihre schützende Deckschicht.

Quelle: dpa

Gaienhofen. Erst am Montag hatte das Welterbekomitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur die prähistorischen Pfahlbauten in Baden-Württemberg und Bayern zum Weltkulturerbe erklärt. Das Landesamt für Denkmalpflege mahnte am Mittwoch auf einer Tagung an, dass die Erhaltungschancen der Fundstätten in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert hätten.

Auch der Rückgang des Röhrichts sowie sinkende Wasserstände beschleunigten die Abspülung. Zunehmend würden Sand- und Seekreidesedimente aus der Uferzone der Seen hinaus getragen, so dass viele Pfahlbausiedlungen ihre schützende Deckschicht verlören und allmählich zerstört würden.

Auf der Tagung befassten sich Archäologen und Seenforscher der Bodenseeanrainer mit Maßnahmen zu ihrer Erhaltung. "In den vergangenen Monaten konnte die Basis für weitere Schutz- und Monitoringverfahren gelegt werden, um die prähistorischen Pfahlbauten zu überwachen", sagte die Koordinatorin Marion Heumüller. "Wichtig ist, dass grenzüberschreitend und interdisziplinär gearbeitet werden konnte."

Die Tagung in Gaienhofen-Hemmenhofen bildet den Abschluss des von der EU geförderten Interreg IV-Projektes "Erosion und Denkmalschutz am Bodensee und Zürichsee". Die Seenforscher - Physiker, Sedimentologen und Limnologen - untersuchten mit unterschiedlichen Methoden die Mechanismen der Wellendynamik und Ablagerungen.

Auch umweltschonende und nachhaltige Schutzkonstruktionen sollten erprobt und optimiert werden. So wurden zum Beispiel Kiesschichten ausgebracht, die gefährdete Funde für die Zukunft bewahren sollen. Zusammen mit Archäologen wurden zudem Konzepte zur großflächigen Überwachung der Fundstellen getestet, darunter hydroakustische und andere technische Verfahren.

r./dpa

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