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Kultur Schiller-Ausstellung im Stadtarchiv
Nachrichten Kultur Schiller-Ausstellung im Stadtarchiv
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22:48 17.11.2009
Von Simon Benne
Briefe mit Tiefe: Archivleiter Karljosef Kreter mit Schiller-Autograf. Quelle: Nico Herzog

Ein wenig Stolz schwang da schon mit, als Schiller von seiner Antrittsvorlesung in Jena berichtete. Diese war von Studenten so überlaufen, dass man mit einigem Hallo spontan in einen größeren Hörsaal umziehen musste: „Man glaubte anfangs, es wäre Feuerlärm, und am Schlosse kam die Wache in Bewegung“, schrieb der Dichter 1789 an seinen Freund Christian Gottfried Körner. Als wäre er ein alter Achtundsechziger, wünschte sich der junge Dozent mehr Dialog mit dem Auditorium, da beim Frontalunterricht „zwischen dem Katheder und den Zuhörern eine Art von Schranke ist“. Neun Briefe Schillers an Körner stehen jetzt im Mittelpunkt einer kleinen, aber originell gemachten Ausstellung, die das Stadtarchiv Hannover zum 250. Geburtstag des Dichters zeigt.

In den Dokumenten, die einst der hannoversche Sammler Friedrich Culemann (1811–1886) erwarb, spiegelt sich viel von Schillers Vita: Seinem Vertrauten Körner gegenüber schrieb er offen über seine Krankheiten, die er auf heute quacksalberisch anmutende Weise kurieren wollte („Blutegel auf der Brust“), über neue Werke oder darüber, wie ein Treffen mit Humboldt 1795 daran scheiterte, dass im Hause Schiller die Masern umgingen.

Die Ausstellung zeigt auch Repros von Theaterzetteln, die schon zu seinen Lebzeiten für erste Schiller-Aufführungen in Hannover warben, und auf einem großen Stadtplan sind zahlreiche „Schiller-Orte“ in der Stadt verzeichnet: etwa die Schmiedestraße 10, wo Schillers Bekannter August Wilhelm Iffland geboren wurde. Oder das Schlosstheater, wo am 24. Februar 1786 Schillers „Kabale und Liebe“ als erstes Schiller-Stück in der Stadt Premiere feierte. Oder die verschiedenen Standorte, an denen sein Denkmal stand, ehe es 1982 in die Georgstraße kam. Ein hochkarätig besetztes „Schiller-Comité“ organisierte 1859 eine pompöse Feier zum 100. Geburtstag des Dichters: Am 10. November gab es einen Fackelzug zu Wagners „Tannhäuser“ und Händels „Hallelujah“ durch die Stadt. Dichterglanz im Lichterkranz.

Aus dem Fundus des Archivs stammt auch eine originale Schiller-Locke, bewahrt dank des Geniekults im 19. Jahrhundert. Dekorativ haben die Archivmitarbeiter sie jetzt auf blauem Plüsch­samt (den man schon als etwas ironisch gemeint auffassen darf) angerichtet – gleich neben einem Haarbüschel Goethes. Dieses nimmt sich im Vergleich eher grau aus. Aber was heißt das schon.

Im Stadtarchiv, Am Bokemahle 14, bis 16. Januar. Infos: (05 11) 16 84 21 73. Die Veranstaltung „Schüler lesen Schiller“ der Goethe-Gesellschaft findet dort, anders als zunächst geplant, erst am 8. Dezember, 19 Uhr, statt.

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