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Schimmelpfennig mit Uraufführung bei Salzburger Festspielen

„Die vier Himmelsrichtungen“ Schimmelpfennig mit Uraufführung bei Salzburger Festspielen

Er schreibt wie ein Besessener und ist der meistgespielte deutsche Gegenwartsdramatiker: Roland Schimmelpfennig ist in diesem Jahr auch bei den Salzburger Festspielen mit einer Uraufführung dabei. Das Publikum hatte viel Sympathie für „Die vier Himmelsrichtungen“.

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Szene aus "Die vier Himmelsrichtungen".

Quelle: dpa

Salzburg. Familien mit Kindern strömen zum Zirkus Roncalli in Salzburg. Auch die festlich gewandeten Gäste im Landestheater bekommen ein wenig Zirkus serviert in der Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs „Die vier Himmelsrichtungen“ am Samstagabend: Ein lyrischer Krimi über Zufälle und Kippmomente im ganz normalen Leben - und ein markanter Abend in dieser Festspiel-Saison. Das Premierenpublikum bedachte Autor und Ensemble mit anhaltendem Applaus.

Eine Frau löst sich in Luft auf, ein seltsamer Clown modelliert Tiere aus Luftballons, eine Wahrsagerin sieht alles, nur nicht die eigene Zukunft, und ein Schlachthausdirektor liebt Schweine: Schrullen und skurrile Erscheinungen beschreiben das Personal in dem Vier-Personen-Stück über Plan und Zufall, Schicksal und Tod. Nur als Chiffren werden die Figuren vorgestellt, die aus allen Himmelsrichtungen zusammen kommen.

Rondo-artig komponiert Schimmelpfennig, der auch Regie führt, den Abend und umkreist das zentrale Ereignis, eine Wirtshausrauferei mit tödlichem Ausgang für den Clown, in immer neu variierten Monologen. Motive kehren wieder, jede der Figuren erkennt irgendwann, „dass die Zeit vorbei ist“, das Wissen um den Tod ist eigenartig präsent, und die dunklen Vorhersagen der Kartenlegerin verstärken die Atmosphäre des Unheimlichen.

So schematisch der Dramatiker Schimmelpfennig sein Thema aufbereitet, so sehr gelingt es dem Regisseur Schimmelpfennig, die scheinbare Klarheit wieder aufzulösen und mit einfachen Mitteln große Fragen zu stellen. Ein wunderbares Ensemble mit Ulrich Matthes, Kathleen Morgeneyer, Andreas Döhler und Almut Zilcher hält die Balance zwischen lakonischem Humor und kalter Poesie. „Die vier Himmelsrichtungen“ wurde mit dem Deutschen Theater Berlin koproduziert und hat dort am 28. Oktober Premiere.

dpa

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