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Schmusen und schmachten mit Laith Al-Deen im Capitol

Konzert in Hannover Schmusen und schmachten mit Laith Al-Deen im Capitol

Auch wenn er seit Beginn seiner Karriere auf der Suche ist: Sein musikalisches Thema hat der Deutsch-Iraker Laith Al-Deen gefunden. Er macht noch immer klassischen Kuschelrock-Schmusepop - genau wie Anfang der Nuller Jahre. Am Donnerstag trat er im Capitol auf.

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Quelle: Wilde

Hannover. Seit Anfang der Nullerjahre ist Popsänger Laith Al-Deen auf der Suche. Im Jahr 2000 fand er nicht die richtigen Worte im Song „Bilder von dir“ und suchte 2007 nach der große Liebe („Keine wie du“). Sein nunmehr neuntes Album heißt „Bleib unterwegs“. „Die meisten Songs drehen sich ums Loslassen“, erklärt der 44-Jährige seinen Fans im mäßig gefüllten Capitol.

Das ist nur folgerichtig. Schon auf seinem vorherigen Album „Was wenn alles gut geht“ verarbeitete der Deutsch-Iraker eine Lebenskrise. Damals machte ihm die Musik keinen Spaß mehr – und sein Plattenlabel ging pleite.

Popsänger Laith Al-Deen begeistert Fans im Capitol.

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Von wenig Spaß ist im Capitol nichts zu spüren. Sein Konzert beginnt Al-Deen ganz allein. Ein Scheinwerfer beleuchtet den Deutsch-Iraker, während er den gefühligen Song „Alles an dir“ a-cappella vorträgt. Dabei hört man seine Stimme manchmal auch ein wenig kratzen. Sobald die Band den Sänger unterstützt, wird aber klar: alles wie gehabt. Typische Popmusikergesten beherrscht Al-Deen tadellos. Breitbeinig steht er da, umklammert sein Mikrofon, wippt mal stärker und mal schwächer im Takt und singt über die Liebe und das Loslassen.

Al-Deens aktuelles Album „Bleib unterwegs“ schaffte es bis auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Es ist voll mit unaufgeregtem, schmusigem Mainstream-Pop. Wenn Al-Deens Songs im Radio laufen, dann stören sie nicht – bleiben aber auch kaum in Erinnerung. Auch wenn der Sänger sicherlich viel Herzblut hineinsteckt.

Auf der Bühne hat er Spaß, ist sympathisch und witzig. „Ihr seht noch sehr gut aus. Das wollen wir ändern“, ruft Al-Deen seinen begeistert applaudierenden Fans entgegen. Damit will er zum Tanzen animieren. Live klingen seine Lieder druckvoller. Die Bässe dröhnen. Zwischendurch trommelt oder beatboxt Al-Deen. Die meiste Zeit ist Tanzen dennoch schwierig – passt der Großteil seiner Songs doch eher zum Kuschelabend mit dem Partner auf dem Sofa.

Auch wenn er seit Beginn seiner Karriere auf der Suche ist: Sein musikalisches Thema hat der Deutsch-Iraker gefunden. Al-Deen macht noch immer klassischen Kuschelrock-Schmusepop.     

Von Sarah Franke

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