Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Schwitters-Preis für Elaine Sturtevant
Nachrichten Kultur Schwitters-Preis für Elaine Sturtevant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:32 11.02.2013
"The Dark Threat of Absence 02" - eine Videoinstallation.
Hannover

Wer Pop-Art oder Konzeptkunst kennt, glaubt diese Werke erst einmal wiederzuerkennen - und doch ist es kein Duchamp, Warhol oder Rauschenberg, der einem in den Arbeiten von Elaine Sturtevant einfach nur wiederbegegnet: Die US-Amerikanerin, die seit Langem in Paris lebt, verfolgt seit Jahrzehnten das Konzept der Wiederholung. Doch sie ist eben keine Kopistin, sondern Konzeptkünstlerin. Sie verändert und verfremdet die Werke ihrer Künstlerkollegen, arrangiert, provoziert - und riskiert damit auch immer wieder Konflikte. Für diesen künstlerischen und persönlichen Mut erhält die 83-Jährige den mit 25000 Euro dotierten Kurt-Schwitters-Preis 2013 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

„Wer dieser alten Dame begegnet, einer Frau, die bisweilen schon allein durch ihr Auftreten in Jeans und Cowboystiefeln auffällt, spürt sofort ihre Energie“, sagt Ulrich Krempel, der Direktor des Sprengel-Museums, in dem sich auch das Kurt-Schwitters-Archiv befindet. „In ihrer Eigenständigkeit, ihrer Souveränität gegenüber vorherrschenden Kunstmoden und dem Kunstmarkt liegt auch ein wunderbarer Bezug zu Kurt Schwitters - Elaine Sturtevant hat über Jahrzehnte hinweg unverkäufliche Kunst gemacht.“

Elaine Sturtevant ist Preisträgerin 2013 des Kurt-Schwitters-Preises der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Ulrich Krempel ist Elaine Sturtevant nicht nur in der ästhetischen Wertschätzung, sondern derzeit auch räumlich nahe. Denn der Sprengel-Chef verhandelt gerade in Paris über Leihgaben für eine Sturtevant-Ausstellung, die das Sprengel Museum vom 22. September an zeigen soll, an dem auch die Preisverleihung geplant ist. Die Ausstellung soll nach Krempels Worten auch Exponate zeigen, die noch nie in Deutschland zu sehen waren - möglicherweise eine große Installation aus dem Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris. Man darf also gespannt sein, ob neben den multimedialen Installationen, für die die Künstlerin bekannt ist, auch Werke zu sehen sein werden wie die „Warhol Flowers“ (1970), die Warhols Blumen von 1964 aufgreifen. Oder „Warhol Gold Marilyn“ (2004), das Warhols bekanntes Marilyn-Monroe-Konterfei verwendet. Oder auch „Duchamp Wanted“ (1969), bei dem Elaine Sturtevant das Konterfei Marcel Duchamps von 1923 durch ihr eigenes ersetzt hat.

All dies sind Beispiele dafür, dass diese Künstlerin mit großer Beharrlichkeit „gegen viele Widerstände zentrale Begriffe der künstlerischen Moderne, wie die des Originals oder der künstlerischen Autorenschaft distanzierend unterlaufen hat“, wie es in der Begründung zur Vergabe des Kurt-Schwitters-Preises heißt. Ihn vergibt eine internationalen Jury, der auch Sprengel-Chef Krempel angehört.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Rhythmus von neun Jahren treffen sie sich wieder: Jesse und Celine. Jetzt ist das Paar, das Kinogänger aus „Before Sunrise“ und „Before Sunset“ kennen, wieder zu sehen: Richard Linklaters Film „Before Midnight“ läuft auf der Berlinale.

Stefan Stosch 12.02.2013
Kultur Nach 50 Jahren Musikgeschäft - Heino stürmt auf Nummer eins der Album-Charts

Rund 50 Jahre nach Beginn seiner Karriere steht Schlagerstar Heino (74) erstmals auf Platz eins der deutschen Album-Charts. Sein Tonträger „Mit freundlichen Grüßen“ mit gecoverten Liedern etwa von den Ärzten, Rammstein oder Sportfreunde Stiller landete - wie nach den ersten Erfolgsmeldungen nach Erscheinen erwartet - auf der Spitzenposition.

11.02.2013

Männlich, jung, alternativ und neu im Geschäft: Newcomer dominieren in diesem Jahr die begehrtesten Musikpreise der Welt. Mumford & Sons, Gotye, Fun., The Black Keys und Frank Ocean räumten bei den Grammys ab. Justin Timberlake gab ein umjubeltes Comeback. Die deutsche Nominierten gingen leer aus.

11.02.2013