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Nachrichten Kultur Sebastian Kaufmane ist der neue Parzival
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08:00 15.01.2011
Von Ronald Meyer-Arlt
Sebastian Kaufmane ist der neue Parzival. Quelle: Christian Burkert

Premiere von Lukas Bärfuss’ Adaption des Versromans von Wolfram von Eschenbach war vor einem Jahr. Damals spielte Sandra Hüller den Parzival. Dann ist die Schauspielerin schwanger geworden und musste die Rolle aufgeben. Am Silvestertag hat sie ihr Kind bekommen: ein Mädchen. Seit Sommer war schon Spielpause für „Parzival“.

Was schade ist, denn das Stück lief sehr erfolgreich im Schauspielhaus. Nach einigem Zögern (spielt Sandra Hüller vielleicht doch weiter?) fiel die Entscheidung: Ersatz muss her. Intendant Lars-Ole Walburg, der das Stück inszeniert hat, entschied sich für Sebastian Kaufmane.

Was durchaus ein Konzeptbruch sein könnte, denn es war ja eine Regieentscheidung von nicht unbeträchtlicher Tragweite, Parzival, der fernab von Krieg und Rittertum aufwächst und dann das Leben kennenlernt, von einer Frau spielen zu lassen. Die auch noch über weite Strecken völlig unbekleidet auftritt. So wird uns die Gestalt des Toren, der in die Welt zieht, auf eine Art fremd, auf eine andere Art wird sie einem aber auch näher gebracht. Es war ein bisschen verwirrend, am Ende aber doch ganz schlüssig.

Doch von heute an wird der Parzival ein Mann sein – und auch ziemlich lange ziemlich nackt. Ja geht denn das? Kann eine nackte Frau, die einen Mann spielt, einfach so durch einen nackten Mann ersetzt werden? „Dass es anders sein wird, ist doch ganz klar“, sagt Sebastian Kaufmane, der als Schauspieler zwar schon einige große Rollen (Valerio in „Leonce und Lena“ in Halle, den Gott Bakchios in „Die Bakchen“ in Hannover) gespielt hat, aber noch nie so ein dramatisches Schwergewicht wie den Parzival.

Zehn Probentage lang hatte Kauf­mane Gelegenheit, sich in das fertige Stück einzufinden. Wichtig, sagt er, sei es, möglichst gut vorbereitet in die Proben zu gehen, das sei beim Theater nicht anders als beim Film. Und da hat er schon einige Erfahrungen gesammelt. Im „Tatort“ war er zu sehen, demnächst spielt er in Sülbiye Günars „Abgebrannt“ im Kleinen Fernsehspiel des ZDF mit. Alles nur Nebenrollen, aber immerhin. Für einen jungen Schauspieler, der 2007 mit der Schauspielschule fertig wurde, ist das ein ziemlich guter Karrierestart.

Bevor Sebastian Kaufmane auf die Schauspielschule gegangen ist, hat er ein anderes Handwerk erlernt: Kommunikationselektroniker. Heute sei er noch in der Lage, ein Telefon anzuschließen, sagt er, bei der Installation einer WLAN-Anlage allerdings müsse er passen. Im Moment sieht es auch gar nicht so aus, als müsste er je auf seinen alten Beruf zurückkommen. Denn nicht nur auf der großen Bühne und vor der Filmkamera läuft es gut für Sebastian Kaufmane, auch auf den kleinen Kabarettbühnen hat er Erfolg. Und zwar mit „Stulle und Bulle“. Das ist eine verrückte Polizistengeschichte, die er zusammen mit seinem Kollegen Jonas Hien an der Schauspielschule entwickelt hat. Mit angeklebten Schnauzbärten spielen die beiden ein komisches Zivilfahnder-Duo. „Witziger als die Polizei erlaubt“, stand in der „Bild“-Zeitung. Seinen Parzival wird er sicher ganz anders anlegen.

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