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Krämer mit Seele

Sebastian Krämer im Apollo Kino

Von Ronald Meyer-Arlt

Ein Chansonprogramm nur mit Nacht- und Schlafliedern? Das ist gewagt. Denn so etwas kann leicht ermüdend wirken. Muss es aber nicht. Kommt schließlich immer auf den Interpreten an. Sebastian Krämer allerdings sieht aus wie einer, bei dem es gleich langweilig wird: zu enger Smoking, blöde gebundene Krawatte, schläfriger Blick.

Ist hier ein Kabarettistencasting für „Reif für die Anstalt“? Nein, hier ist Hannover, Linden, Apollo-Kino. Dort, wo Sebastian Krämer vor fünf Jahren zu den grandiosen Entdeckungen von Desimos Lindener Spezial Club gehörte.

Seitdem war Krämer schon ein paar Mal wieder da, meist mit Soloprogrammen. Und jetzt gastiert er mit Nachtgeschichten. Er singt von Fensterkreuzschatten, die vorbeifahrende Autos auf die Hotelzimmerwand malen, von Drachentötern, Deutschlehrern und von DJs, den „Virtuosen auf der Taste ,Play’“.

Manchmal ist er böse, aber meist hat er es gar nicht nötig, böse zu sein. Er reimt vertrackt bis genial und singt gern mit Kopfstimme, die er dummerweise manchmal auch für die Moderation nutzt. Er ist ziemlich gut und wohl die einzige wirkliche Konkurrenz für Funny van Dannen. Aber vielleicht auch nicht, denn um für Funny van Dannen gefährlich zu sein, müsste Krämer irgendwie populärer sein. Und weniger von Bruckner schwärmen. Und vielleicht andere Programme machen als ausgerechnet Schlafliedabende. Aber: die haben natürlich Seele.
 
Die nächsten Krämer-Gastspiele in der Region: Am 18. Juni um 21 Uhr im „Lyrikpark", Hildesheim, am 14. Oktober um 20 Uhr im Daunstärs in Langenhagen

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  • Korrigiert Sascha Aust / HAZ.de – 20.01.10
    Jetzt ist der Text weniger "gefähllich" - die Fehler sind korrigiert. Vielen Dank für den Hinweis.
  • Fehler Oberfahrlehrer – 20.01.10
    "Ein Chansonprogramm nur mir Nacht- und Schlafliedern? Das ist gewagt." ... und versteht keiner. "gefähllich" gibt's dann auch noch.

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