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Kultur Sex mit dem Roboter?
Nachrichten Kultur Sex mit dem Roboter?
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09:06 23.04.2015
Kann Ava (Alicia Vikander) denken und fühlen? Quelle: Universal

Da saß wohl Alex Garland, Autor des so hippen Langweilers „Der Strand“, am Reißbrett und sagte sich: Wenn schon die Schweden die famose TV-Serie „Real Human“ so fantastisch hinbekommen und der Spanier Pedro Almodóvar mit „Die Haut, in der ich wohne“ gezeigt hat, dass man auch listig Science-Fiction-Melodramen drehen kann, kann ich doch den Fritz Lang machen und „Metropolis“ dazu mixen.

Doch da das Geld für so eine Kopfgeburt nicht üppig fließt, reicht’s nur für ein Kammerspiel. Ein Haus aus Glas und Beton in abgelegener Landschaft, schön unterbunkert, ein Programmierer (Domhnall Gleeson), ein Internet-Konzernchef und Erfinder (Oscar Isaac), ein stummes japanisches Hausmädchen und Ava (Alicia Vikander), ein weiblicher Roboter – das muss genügen. Der junge Programmierer kommt ins Heiligste seines Chefs, um Ava zu testen: Ist die Maschine schon ein Mensch? Kann sie denken, fühlen? Taugt sie zum Sex?

Letzteres wird allerdings nicht ausprobiert, sondern in dem unaufhörlich fließenden Gelaber nur mal kurz angeschnitten. „Ex Machina“ ist einfach eine verklemmte Angelegenheit, keine Psycho-SF. Die Dialoge wabern bedeutungsschwer, die somnambule Atmosphäre ist zum Gähnen, die Darsteller sind blass. Keine Spannung nirgends. Kammerspiel muss man können. Alex Garland kann’s nicht. Ein „Deus Ex Machina“ ist ein Theaterterterminus, der eine unerwartete Konfliktlösung durch einen plötzlich auftauchenden Retter bezeichnet: einen Gott aus der Maschine. Einen solchen hätte auch dieser Film dringend gebraucht.

Ex Machina, Regie: Alex Garland, 108 Minuten, FSK 12, Kino am Raschplatz

Von Norbert Wehrstedt

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